Deutschland, Konjunktur

Handwerk: Wirtschaftliche Lage vieler Betriebe angespannt

06.11.2025 - 04:30:21

Eine Konjunkturwende ist auch im Handwerk nicht in Sicht. Was Betriebe zu Geschäftslage, Erwartungen und Aufträgen sagen.

Im Handwerk ist kein Aufschwung in Sicht. «Die Betriebe warten noch immer auf das Ende der konjunkturellen Tristesse», sagte Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), der Deutschen Presse-Agentur. Nach dem neuen Konjunkturbericht bewerteten die Betriebe die aktuelle Geschäftslage etwas schlechter als im Vorjahr. Die Erwartungen für die kommenden Monate seien verhalten. 

Die Auftragspolster im Gesamthandwerk gingen erneut zurück. «Sinkende Auftragsbestände, schwache Umsätze und eine anhaltend niedrige Investitionsneigung prägen das Bild.» Gleichzeitig belasteten steigende Material-, Energie- und Lohnkosten das Handwerk erheblich. «Die wirtschaftliche Lage vieler Handwerksbetriebe ist angespannt.» 

Auch anderswo ist die Lage angespannt

Auch in vielen anderen Wirtschaftszweigen hat sich die Lage nicht grundlegend verbessert. Nach zwei Jahren ohne Wirtschaftswachstum rechnen die Bundesregierung und Wirtschaftsinstitute für das laufende Jahr allenfalls mit einem Mini-Wachstum. Im kommenden Jahr soll es leicht bergauf gehen.

Weder der Export noch der private Konsum gäben derzeit Impulse, so Schwannecke. Auch der Wohnungsbau, der für viele Handwerkszweige entscheidend sei, komme nicht wieder in Gang. «Die Zuversicht, die in weiten Teilen des Handwerks mit dem Regierungswechsel verbunden war, ist weitgehend aufgebraucht.» Die Standortbedingungen für Handwerksbetriebe hätten sich weiter verschlechtert. 

Schwannecke nannte eine überbordende Bürokratie, lange Genehmigungsverfahren, hohe Energiepreise, eine hohe Steuer- und Abgabenlast sowie eine unklare wirtschaftspolitische Linie mit zu geringer Orientierung auf den Mittelstand. Das Handwerk brauche ein Belastungsmoratorium für die Betriebe, eine echte Vereinfachung bei Dokumentations- und Berichtspflichten und mehr Tempo bei der Genehmigung von Bau- und Infrastrukturprojekten.

@ dpa.de

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