Stagnierendes GeschÀft bei Siemens
16.05.2024 - 10:43:06Nach dem Rekordjahr 2023 laufen die GeschĂ€fte bei Siemens momentan zĂ€her. WĂ€hrend der Umsatz im zweiten GeschĂ€ftsquartal bei gut 19 Milliarden Euro stagnierte, sank der Gewinn deutlich, wie der Konzern mitteilte. Das Minus von 38 Prozent auf 2,2 Milliarden geht allerdings vor allem darauf zurĂŒck, dass Siemens im Vorjahresquartal noch einen Milliardengewinn durch den steigenden Wert seiner Beteiligung an Siemens Energy verzeichnet hatte.
Derzeit bremst vor allem die Sparte Digital Industries (DI), die in den vergangenen Jahren besonders gut gelaufen war, nun aber deutliche RĂŒckgĂ€nge bei Umsatz und Ergebnis verzeichnet. Allerdings ist das Bild zweiteilig: WĂ€hrend sich das SoftwaregeschĂ€ft weiter gut entwickelt, zieht die Automatisierung die Sparte nach unten. Hier gebe es eine «gegenwĂ€rtig gedĂ€mpfte Nachfrage», sagte Siemens-Chef Roland Busch.
Verschiedene Sparten - unterschiedlicher Erfolg
Vor allem in China hĂ€tten die Kunden noch hohe LagerbestĂ€nde an den Produkten. Dies ist auch eine Nachwirkung davon, dass ein Teil der Unternehmen in den vergangenen Jahren angesichts instabiler Lieferketten hohe SicherheitsbestĂ€nde aufgebaut haben. Was damals fĂŒr zusĂ€tzliches GeschĂ€ft sorgte, fehlt jetzt an AuftrĂ€gen. Hinzu kommt gerade in China ein «starker lokaler Wettbewerb in unteren und mittleren Marktsegmenten», wie Finanzchef Ralf Thomas sagte.
Die beiden anderen Sparten des KerngeschĂ€fts, Smart Infrastructure (SI) und Mobility entwickelten sich besser. Insbesondere SI legte bei Umsatz und Ergebnis zu - und ĂŒbertraf DI in beiden Belangen.
Insgesamt sprach Busch von einer «soliden Leistung». Siemens sei «widerstandsfĂ€hig in einer Zeit, die weiter von einer zurĂŒckhaltenden wirtschaftlichen Lage geprĂ€gt ist».
Siemens bestĂ€tigte seine Prognose fĂŒr das laufende GeschĂ€ftsjahr auf Konzernebene. Bei Digital Industries erwartet das Unternehmen allerdings, dass sich die NachfrageschwĂ€che etwas lĂ€nger hinzieht und senkte die Erwartungen fĂŒr diesen Bereich.
Innomotics-Verkauf ist «wichtiger Schritt»
Beim seit Langem geplanten Verkauf seiner Tochter Innomotics ist Siemens dagegen entscheidend vorangekommen: Der Konzern wird das GeschĂ€ft mit Elektromotoren und groĂen Antrieben mit rund 15.000 BeschĂ€ftigten fĂŒr 3,5 Milliarden Euro an die US-Beteiligungsgesellschaft KPS Capital Partners verĂ€uĂern, wie er nun bestĂ€tigte.
Zu den groben ZĂŒgen des GeschĂ€fts hatte es bereits am Mittwoch Berichte gegeben. Die Transaktion soll in der ersten HĂ€lfte des kommenden GeschĂ€ftsjahres abgeschlossen werden. Siemens-Finanzchef Thomas sprach von einem «wichtigen Schritt bei der Optimierung unseres Portfolios».
Der Verkauf wird auch zu einem ordentlichen Buchgewinn von voraussichtlich 2 Milliarden Euro fĂŒhren, der allerdings erst im nĂ€chsten GeschĂ€ftsjahr anfĂ€llt. Dem stehen Kosten von insgesamt rund einer halben Milliarde im laufenden und den beiden vergangenen GeschĂ€ftsjahren gegenĂŒber.
KPS betonte, dass Innomotics «gut positioniert» sei. Man wolle den Wachstumspfad beschleunigen.
Die Börse zeigte sich den Siemens-Zahlen gegenĂŒber eher skeptisch. Die Siemens-Aktie startete im Minus in den Tag. Allerdings hatte das Papier erst vor wenigen Tagen ein Rekordhoch erreicht.


