ImmunitĂ€t fĂŒr Trump? Entscheidung in Prozess erwartet
12.11.2024 - 05:56:21Richter Juan Merchan hatte Anfang September den Termin fĂŒr diese Entscheidung auf den 12. November gelegt.
Sollte er dem Antrag der Verteidigung des 78-JĂ€hrigen stattgeben, wĂ€re der im Mai ergangene Schuldspruch gegen Trump wohl gekippt. Sollte der Richter den Antrag hingegen ablehnen, bliebe die Frage, ob die derzeit fĂŒr Ende November geplante VerkĂŒndung des StrafmaĂes so stehen bleibt.
Verurteilter StraftÀter als US-PrÀsident
Geschworene in New York hatten Trump Ende Mai in 34 Anklagepunkten fĂŒr schuldig befunden. In dem Prozess ging es um die illegale Verschleierung von Schweigegeldzahlungen an eine Pornodarstellerin, um sich Vorteile im PrĂ€sidentschaftswahlkampf 2016 zu verschaffen. Es war das erste Mal in der Geschichte der Vereinigten Staaten, dass ein ehemaliger PrĂ€sident wegen einer Straftat verurteilt wurde. In der vergangenen Woche wurde Trump als verurteilter StraftĂ€ter zum US-PrĂ€sidenten gewĂ€hlt - ein Novum in der Geschichte des Landes.
UrsprĂŒnglich hatte das StrafmaĂ schon Mitte September verkĂŒndet werden sollen. Dann aber gab Richter Merchan einem Antrag Trumps statt, die Strafe erst nach der PrĂ€sidentschaftswahl zu verkĂŒnden. Dem Republikaner könnte theoretisch im Ă€rgsten Fall zwar eine mehrjĂ€hrige Haftstrafe drohen. Eine BewĂ€hrungsstrafe hielten viele Beobachter vor der Wahl aber fĂŒr deutlich wahrscheinlicher. Auch eine StrafmaĂverkĂŒndung fĂŒr einen designierten PrĂ€sidenten hat es in der Geschichte der USA noch nie gegeben.
Grundsatzurteil des Supreme Courts als Hebel
Trumps Verteidigung hatte schon wĂ€hrend des Prozesses mit allen Mitteln versucht, das Verfahren zu behindern und ganz zu stoppen. Gelegen kam den AnwĂ€lten des designierten US-PrĂ€sidenten dann ein Grundsatzurteil des Supreme Courts: Der oberste US-Gerichtshof entschied Anfang Juli mit seiner rechtskonservativen Richter-Mehrheit, dass Trump fĂŒr gewisse Amtshandlungen ImmunitĂ€t genieĂt.
Zwar ist der New Yorker Schweigegeldfall an sich anders gelagert, weil er sich in erster Linie um Trumps Handlungen als PrĂ€sidentschaftskandidat vor der Wahl 2016 dreht. Doch das Urteil des Supreme Court besagt auch, dass Amtshandlungen von US-PrĂ€sidenten nicht als Beweise in Strafverfahren angefĂŒhrt werden. Trumps AnwĂ€lte argumentieren, dass die Anklage sich in dem Fall auch auf Beweise gestĂŒtzt hat, die aus Trumps Zeit im WeiĂen Haus stammen.

