Elbit Systems Deutschland, Ruestungsindustrie

Elbit Systems Deutschland plant bis zu acht neue Standorte

Veröffentlicht am: 08.09.2026 um 18:15 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Elbit Systems Deutschland will seine Belegschaft in den kommenden Jahren deutlich ausbauen und bis zu acht neue Standorte eröffnen. Der israelische Rüstungskonzern setzt dabei auf gemischte Entwicklungsteams in Deutschland und Israel.

Rüstungskonzern Elbit plant neue Standorte in Deutschland
Hermes 900 StarLiner (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Der israelische Rüstungskonzern Elbit Systems will seine Präsenz in Deutschland deutlich ausweiten. Die deutsche Tochter Elbit Systems Deutschland plant nach eigenen Angaben, in den kommenden drei Jahren auf weit über 1.000 Mitarbeiter zu wachsen und über die nächsten Jahre bis zu acht neue Standorte im Bundesgebiet zu eröffnen.

Ausbau der Aktivitäten in Deutschland

Marian Rachow, CEO der deutschen Elbit-Tochter, nannte diese Ziele in einem Gespräch mit der Wochenzeitung "Zeit". Das Unternehmen ist unter anderem auf Funk- und Sensortechnik spezialisiert und sieht im deutschen Markt offenbar erhebliches Wachstumspotenzial. Rachow kündigte an, dass die neuen Standorte schrittweise entstehen sollen und sowohl Entwicklung als auch andere Unternehmensbereiche abdecken dürften.

Elbit Systems ist bereits seit Jahren in Deutschland aktiv. 2007 übernahm der Konzern den deutschen Funkgerätehersteller Telefunken in Ulm, der seitdem als Kernstandort für die Aktivitäten im Bereich Kommunikationstechnik gilt. Im Jahr 2020 wurde die deutsche Tochter offiziell in Elbit Systems Deutschland umbenannt und damit stärker an die internationale Markenstruktur des Konzerns angebunden.

Eigentümerstruktur und historische Bezüge

Größter Anteilseigner von Elbit Systems ist der israelische Großinvestor Michael Federmann. Seine Familie stammt ursprünglich aus Sachsen und floh in den 1930er-Jahren vor den Nationalsozialisten aus Deutschland. Die Eigentümerstruktur verbindet damit historische Bezüge zur Bundesrepublik mit der heutigen Rolle des Konzerns als Anbieter moderner militärischer und sicherheitsrelevanter Technologien.

Mit Blick auf die Entwicklungspläne in Deutschland betonte Rachow, dass Elbit Systems Deutschland auf gemischte Teams setzen will. "Das Ziel ist, gemischte Entwicklungsteams zu haben, die in Deutschland, aber vielleicht sogar in Israel arbeiten", sagte der Manager. Damit soll die Zusammenarbeit zwischen den deutschen Standorten und den israelischen Einheiten des Konzerns vertieft werden.

Führung von Elbit Systems Deutschland

Marian Rachow steht seit April 2025 an der Spitze der deutschen Tochtergesellschaft. Zuvor war er Chief of Staff bei Airbus Defence and Space und verfügt damit über langjährige Erfahrung in der europäischen Luft- und Raumfahrt- sowie Rüstungsindustrie. Unter seiner Leitung treibt Elbit Systems Deutschland nun den Ausbau der Aktivitäten im Bundesgebiet voran, der neben zusätzlichen Arbeitsplätzen auch eine stärkere Einbindung in die deutsche Sicherheits- und Verteidigungslandschaft erwarten lässt.

Die angekündigte Expansion von Elbit Systems Deutschland fällt in eine Phase, in der die Bundesrepublik ihre Verteidigungsfähigkeit nach dem russischen Angriff auf die Ukraine deutlich ausbaut. Seit dem Beschluss eines Sondervermögens von 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr steht mehr Geld für moderne Ausrüstung und Technologie bereit. Davon profitieren nicht nur traditionelle deutsche Anbieter, sondern zunehmend auch internationale Rüstungskonzerne mit Standorten in Deutschland.

Industriepolitischer und sicherheitspolitischer Kontext

Elbit Systems ist weltweit in Bereichen wie Funkkommunikation, Sensorik und einsatzkritischer Elektronik aktiv. Für Deutschland bedeutet der geplante Aufbau von mehr als 1.000 Beschäftigten und bis zu acht Standorten, dass sich ein hochspezialisierter Teil der Wertschöpfungskette im Land ansiedelt. Das passt zu dem Ziel, Schlüsseltechnologien möglichst innerhalb von NATO- und EU-Partnerstaaten zu entwickeln und zu produzieren, um Abhängigkeiten von Drittstaaten zu reduzieren.

Gleichzeitig dürfte die Expansion Debatten über die Rolle ausländischer Rüstungskonzerne in Deutschland verstärken. Fragen nach Sicherheitsstandards, Technologie-Transfer und politischer Kontrolle von Exporten gehören seit Jahren zum festen Bestandteil der Diskussion über die hiesige Sicherheits- und Verteidigungsindustrie. Dass Elbit auf gemischte Entwicklungsteams zwischen Deutschland und Israel setzt, verweist auf eine engere militärische und technologische Zusammenarbeit mit einem zentralen sicherheitspolitischen Partner im Nahen Osten.

Bedeutung für Standorte und Beschäftigte

Für die betroffenen Regionen können neue Elbit-Standorte zusätzliche qualifizierte Arbeitsplätze und Investitionen in Forschung und Entwicklung bringen. Telefunken in Ulm ist bereits ein Beispiel dafür, wie ein traditioneller deutscher Anbieter in eine internationale Konzernstruktur eingebunden wird. Vor Ort entstehen damit Chancen für Kooperationen mit Hochschulen und anderen Unternehmen, zugleich aber auch die Aufgabe, kontroverse Rüstungsprojekte transparent zu diskutieren. Die Ankündigung legt nahe, dass Elbit Deutschland seine Rolle als Zulieferer und Systempartner der Bundeswehr und anderer Sicherheitsbehörden weiter ausbauen will – mit Folgen für lokale Arbeitsmärkte und die technische Ausstattung deutscher Streitkräfte.

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