Elektroindustrie, Ifo-GeschÀftsklima

Elektroindustrie: Ifo sieht Konjunkturlokomotive mit Mehrjahreshoch

Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 08:21 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Das GeschĂ€ftsklima in der deutschen Elektroindustrie ist im September auf den höchsten Wert seit Jahren gestiegen. Mehr AuftrĂ€ge und eine bessere GeschĂ€ftslage machen die Branche laut Ifo zur treibenden Kraft innerhalb der Industrie – zugleich drohen EngpĂ€sse bei Vorprodukten.

Das Ifo sieht eine deutlich steigende Stimmung in der deutschen Elektroindustrie. (Archivbild) - Bild: Leonie Asendorpf/dpa
Das Ifo sieht eine deutlich steigende Stimmung in der deutschen Elektroindustrie. (Archivbild) - Bild: Leonie Asendorpf/dpa

Das GeschÀftsklima in der deutschen Elektroindustrie ist im September deutlich gestiegen und hat mit 24,8 Punkten den besten Wert seit Jahren erreicht.

GeschÀftslage verbessert sich deutlich

Wie das MĂŒnchner Ifo-Institut mitteilte, legte der Branchenwert binnen Monatsfrist um 8,3 Punkte zu. Besonders krĂ€ftig verbesserte sich die EinschĂ€tzung der aktuellen GeschĂ€ftslage: Sie sprang um 14 Punkte auf 29.

Auch die Erwartungen der Unternehmen fĂŒr die kommenden Monate hellten sich auf, wenn auch weniger stark. Ifo-Experte Klaus Wohlrabe bezeichnete die Elektroindustrie als zunehmend wichtige Konjunkturlokomotive innerhalb der deutschen Industrie.

Mehr AuftrÀge aus dem In- und Ausland

Die Nachfrage entwickelte sich dem Institut zufolge im September außerordentlich positiv. Die Unternehmen meldeten deutlich mehr NeuauftrĂ€ge und zeigten sich erstmals seit lĂ€ngerer Zeit wieder zufrieden mit ihren AuftragsbestĂ€nden.

Viele Firmen planen deshalb, ihre Fertigung in den kommenden Monaten auszuweiten. ZusÀtzliche Impulse werden vom AuslandsgeschÀft erwartet.

Fehlende Vorprodukte bremsen

Die gute Auftragslage bringt zugleich neue Herausforderungen. Rund 40 Prozent der Unternehmen berichteten von fehlenden Vorprodukten; außerdem planen mehr Firmen, ihre Verkaufspreise anzuheben.

Nach EinschÀtzung Wohlrabes ist die Nachfrage derzeit nicht das Hauptproblem. Zum Engpass könne vielmehr die Versorgung mit Vorprodukten werden.

Ein Lichtblick in einer schwachen Industrie

Die Ifo-Zahlen markieren eine auffĂ€llige Verschiebung innerhalb der deutschen Industrie: WĂ€hrend die Elektrobranche im September von mehr AuftrĂ€gen und einer besseren aktuellen GeschĂ€ftslage berichtete, kĂ€mpfen andere Industriezweige weiter mit zurĂŒckhaltender Nachfrage. Auch aus dem Technologiekonzern Siemens kamen zuletzt Hinweise auf eine leichte Verbesserung des Umfelds; besonders Halbleiter, Luftfahrt und Verteidigung entwickelten sich dort ĂŒberdurchschnittlich.

Chancen durch Digitalisierung und Investitionen

Die Elektroindustrie profitiert strukturell von der zunehmenden Elektrifizierung, dem Ausbau digitaler Infrastruktur und dem Bedarf an Automatisierung. Diese Nachfrage ist breiter angelegt als die klassische KonsumgĂŒterkonjunktur und kann deshalb auch dann tragen, wenn etwa die Autoindustrie oder energieintensive Branchen schwĂ€cheln.

Vorprodukte und Preise als Belastungsprobe

Der Engpass bei Vorprodukten bleibt jedoch ein entscheidendes Risiko. Wenn rund 40 Prozent der Unternehmen fehlende Zulieferteile melden, kann eine hohe Nachfrage nicht vollstĂ€ndig in Produktion umgesetzt werden. Hinzu kommen steigende Energiekosten: Die Inflation lag im September bei 3,3 Prozent, die Energiepreise erhöhten sich binnen Jahresfrist deutlich. FĂŒr Unternehmen und Kunden bedeutet das, dass der Aufschwung der Elektroindustrie mit höheren Kosten und möglichen PreisaufschlĂ€gen verbunden sein kann.

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