ELSTER-Phishing: Betrüger versenden gefälschte Steuerbescheide
Veröffentlicht am: 24.08.2026 um 23:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Kriminelle nutzen aktuell gefälschte Benachrichtigungen des Online-Finanzamts ELSTER, um sensible Informationen und Zahlungsdaten zu erlangen. Wie am 24. August 2026 bekannt wurde, kursieren E-Mails mit der Betreffzeile „Ihr Steuerbescheid 2025 – Erstattung bestätigt“.
Darin werden die Empfänger unter dem Vorwand einer vermeintlichen Steuerrückzahlung dazu aufgefordert, eine Identitätsprüfung über einen beigefügten Link durchzuführen. Um den Druck auf die Betroffenen zu erhöhen, setzen die Täter eine knappe Frist bis zum 31.08.2026. Ziel der Kampagne ist der Diebstahl von Kreditkartendaten und weiteren persönlichen Nutzerinformationen.
Masche nutzt Zeitdruck und behördliche Symbole
Bereits am 23. August 2026 warnte das Finanzamt Fürstenfeldbruck vor einer ähnlichen Welle von Betrugsmails. Diese nutzen das offizielle Elster-Logo und Betreffzeilen wie „Neue Nachricht in Ihrem Elster-Postfach“. Kennzeichnend für diese Nachrichten seien eine unpersönliche Anrede sowie die Erzeugung von künstlichem zeitlichem Druck.
Die Steuerverwaltung stellte in diesem Zusammenhang klar, dass sie niemals persönliche Datenabfragen per E-Mail versende. Weitere Varianten der Betrugsmails operieren mit Betreffzeilen wie „Handlung erforderlich für Ihr Steuerguthaben“ oder „Eine Mitteilung der Bundesbehörde“.
Das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) wies zudem darauf hin, dass neben E-Mails auch SMS und Briefe im Umlauf seien, die darauf abzielen, persönliche Daten abzugreifen. Typische Erkennungsmerkmale solcher Schreiben seien fehlerhafte Sprache, fehlende Kontaktdaten der Behörde sowie Aufforderungen zu Zahlungen oder zum Anklicken von Links.
Behörden empfehlen Ignorieren und Löschen
Sowohl die Steuerbehörden als auch die Verbraucherzentrale raten dringend dazu, auf derartige Nachrichten nicht zu reagieren. Die Verbraucherzentrale empfahl am 24. August 2026, verdächtige Mails umgehend zu ignorieren und in den Spam-Ordner zu verschieben. Das Finanzamt Fürstenfeldbruck rät Nutzern, sich im Zweifelsfall ausschließlich direkt über das offizielle Portal „Mein Elster“ einzuloggen, anstatt Links aus E-Mails zu folgen.
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Ergänzend warnte das Bundeskriminalamt (BKA) vor gefälschten E-Mails mit angehängten Vorladungen. Die Täter nutzen dabei reale Namen von Amtsträgern wie dem des BKA-Präsidenten, um Authentizität vorzutäuschen. Auch hier gilt die Empfehlung, keine Anhänge zu öffnen oder Links anzuklicken.
Wer bereits einen Schaden erlitten hat, sollte Anzeige bei der Polizei erstatten und seine Bank informieren. Das Bundesamt für Justiz (BfJ) ergänzte, dass betrügerische Schreiben häufig an ausländischen IBAN-Nummern und Rechtschreibfehlern zu erkennen seien.
Internationale Kampagnen und Angriffe auf Bankkunden
Das Phänomen ist nicht auf Deutschland begrenzt. Die US-Steuerbehörde IRS warnte am 23. August 2026 vor Phishing-Kampagnen, die sich mittels gefälschter Briefe und QR-Codes gezielt an Nutzer von Krypto-Assets richten. Dabei wird eine Registrierung auf einem angeblichen „Digital Asset Compliance Portal“ gefordert, um Wallet-Zugangsdaten und private Schlüssel zu entwenden.
Das IRS betonte, dass ein solches Portal nicht existiere. In Frankreich nutzen Betrüger E-Mails mit dem Hinweis auf eine Aktualisierung der steuerlichen Situation, wobei offizielle Absenderadressen dort stets auf „@dgfip.finances.gouv.fr“ enden.
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Parallel dazu verzeichnen Finanzinstitute wie die Volksbank und die Sparkasse eine Zunahme von Phishing-Angriffen. Bei der Volksbank werden Kunden unter dem Vorwand einer notwendigen Aktualisierung des VR-SecureGo-App-Zugangs auf eine Phishing-Seite gelockt. Die Sparkasse betonte, dass Updates für Verfahren wie S-pushTAN niemals per E-Mail-Link angefordert werden.
Branchenbeobachter führen die hohe Qualität aktueller Phishing-Mails unter anderem auf den Einsatz von Künstlicher Intelligenz durch die Täter zurück. Dass das Volumen der Angriffe im Verhältnis zur Masse der Transaktionen dennoch gering bleibt, zeigen Daten von Visa: Bei täglich rund 900 Millionen verarbeiteten Transaktionen liegt die Betrugsquote bei 0,1 Prozent.
