Emissionshandel, Milliarden

Emissionshandel: EU plant 4 Milliarden Euro Entlastung für Industrie

15.06.2026 - 19:37:09 | boerse-global.de

Schwerindustrie und Autobauer warnen vor Wettbewerbsnachteilen durch steigende CO?-Preise. Die EU-Kommission plant milliardenschwere Entlastungen.

EU-Emissionshandel: Industrie fordert Stopp der Kostenexplosion
Emissionshandel - Industrielle Schornsteine emittieren Rauch unter einem dramatischen Himmel, mit einer subtilen Überlagerung eines Finanzdiagramms, das steigende Kosten zeigt. 15.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Schon jetzt übt die europäische Schwerindustrie massiven Druck aus.

Brandbrief an EU-Ratspräsident Costa

BASF, Thyssenkrupp Steel, ArcelorMittal und Exxon haben sich in einem gemeinsamen Brief an EU-Ratspräsident Costa gewandt. Ihr Ziel: die Kostenexplosion bei CO?-Zertifikaten stoppen. Der BASF-Chef rechnet laut Berichten damit, dass die Zertifikate-Kosten bis Ende des nächsten Jahrzehnts die Milliardengrenze erreichen könnten.

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Thyssenkrupp Steel fordert, die kostenlosen Zuteilungen auf dem Niveau von 2026 einzufrieren. Das geplante Auslaufen dieser Freigrenzen über 2034 hinaus soll gestreckt werden. Auch die IG Metall mahnt Verlässlichkeit für Unternehmen an, die bereits in den grünen Umbau investieren. Saarstahl und die Dillinger Hütte stecken insgesamt 4,6 Milliarden Euro in die Dekarbonisierung – 2,6 Milliarden davon sind staatliche Mittel.

Milliarden-Entlastung für die Industrie

Die EU-Kommission hat bereits Zugeständnisse signalisiert. Sie will die Reduzierung der Gratis-Zertifikate für energieintensive Branchen verlangsamen. Die jährliche Entlastung: rund vier Milliarden Euro, davon etwa 900 Millionen für die deutsche Industrie.

Für 2026 bis 2030 plant die Kommission, betroffenen Betrieben 75 bis 100 Prozent der Zertifikate kostenlos zuzuteilen. Allerdings knüpft sie das an strenge Investitionsauflagen. Die Dimension des Emissionshandels ist gewaltig: 2025 nahmen die EU-Staaten rund 62 Milliarden Euro aus dem CO?-Handel ein. Deutschland verbuchte mit 21,4 Milliarden den größten Anteil. Für 2026 erwarten Experten einen Preisanstieg von zuvor 55 auf 75 bis 80 Euro pro Tonne.

Autoindustrie warnt vor Wettbewerbsnachteilen

Auch die Automobilbranche schlägt Alarm. Mercedes-Vorstand Källenius warnt vor einer Verschiebung der globalen Wirtschaftshierarchie. VW-Chef Blume erwartet trotz eines Marktanteils von 27 Prozent bei E-Autos Strafzahlungen. BMW-Vorstand Nedeljkovi? bezeichnet die politischen Leitplanken als gefährlich – die Kunden entschieden, nicht die Politik.

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Internationale Konflikte verschärfen die Lage

China drängt auf größere Spielräume bei der Verrechnung von Klimazöllen (CBAM) mit internationalen Klimazertifikaten. Die EU-Kommission will hier enge Grenzen setzen. Die europäische Schwerindustrie sieht darin ein Risiko für unfaire Wettbewerbsbedingungen.

Die Kommission hält an ihrem Kurs fest, CO? über Marktmechanismen zu verteuern. Die soziale und wirtschaftliche Abfederung bleibt der zentrale Streitpunkt der kommenden Monate.

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