Energieeffizienzgesetz: Strengere PUE-Grenzwerte für Rechenzentren ab 2027
07.07.2026 - 00:18:11 | boerse-global.de
Strengere Energieeffizienz-Vorschriften und steigende IT-Sicherheitsanforderungen zwingen Unternehmen zum Handeln. Gleichzeitig versprechen digitale Zwillinge und 3D-Scans neue Wege aus dem Planungsdschungel.
Management of Change: Branchentreff in Höchst
Das Management of Change (MoC) – also die Steuerung von Veränderungen in bestehenden Anlagen – wird zum zentralen Thema für Betriebsingenieure. Die VDI-Betriebsingenieure Rhein-Main-Neckar laden daher für den 22. September 2026 zum Austausch in den Industriepark Höchst. Die Veranstaltung ist sowohl in Präsenz als auch digital geplant.
Im Fokus stehen die spezifischen Hürden bei der Anpassung von Bestandsanlagen. Denn alte Strukturen machen jede Veränderung aufwendiger als bei Neubauten.
Digitale Zwillinge: 3D-Scans revolutionieren die Planung
Ein entscheidender Erfolgsfaktor für gelungenes MoC: die präzise Erfassung des Ist-Zustands. Hier kommen zunehmend Technologien zum Einsatz, die 3D-Punktewolken aus Bestandsscans in intelligente Oberflächenmodelle umwandeln. Die SpiraTec AG setzt auf Verfahren, die die Datenkomplexität reduzieren – das erleichtert die Integration in gängige Planungswerkzeuge.
Digitale Zwillinge ermöglichen automatisierte Kollisionsprüfungen und virtuelle Neuplanungen. Branchenangaben zufolge verkürzt das die Projektlaufzeiten deutlich. Das Unternehmen, das zuletzt eine Gesamtleistung von 88,3 Millionen Euro auswies, reagiert damit auf den wachsenden Bedarf an flexibleren Modellen für Um- und Ausbauplanung.
Jede bauliche Veränderung an Bestandsanlagen erfordert eine rechtssichere Anpassung der Arbeitsschutz-Dokumentation. Dieser kostenlose Report hilft Sifas und Arbeitgebern, Zeit zu sparen und rechtliche Risiken durch behördenkonforme Vorlagen zu vermeiden. Gefährdungsbeurteilung: So erstellen Sie GBUs, die Aufsichtsbehörden sofort anerkennen
Energieeffizienzgesetz: Strengere Grenzwerte für Rechenzentren
Der gesetzliche Rahmen hat sich zuletzt massiv verschärft. Am 24. Juni 2026 beschloss das Bundeskabinett eine Novelle des Energieeffizienzgesetzes (EnEfG). Für Rechenzentren im Bestand gelten ab 2027 PUE-Grenzwerte von maximal 1,6, ab 2030 sogar nur noch 1,4.
Die Pflicht zur Nutzung von Energiemanagementsystemen greift künftig ab einem Jahresverbrauch von 23,6 GWh. Und bis zum 1. Januar 2030 müssen solche Anlagen vollständig mit Ökostrom betrieben werden. Das setzt viele Betreiber unter Zugzwang.
OT-Sicherheit: Cyber-Bedrohung wächst rasant
Parallel zu den Energieauflagen steigen die Anforderungen an die Betriebssicherheit. Der BSI-Lagebericht für 2025 verzeichnete durchschnittlich 119 neue Schwachstellen pro Tag – ein Plus von 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die wirtschaftlichen Schäden sind enorm: Laut Bitkom erreichten sie 2025 rund 289,2 Milliarden Euro.
Experten fordern daher spezialisierte Sicherheitskonzepte für Produktionsumgebungen. Netzwerksegmentierung und Anomalieerkennung sollen die Verfügbarkeit kritischer Anlagen gewährleisten.
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Modernisierung boomt: Milliarden für Bestandsimmobilien
Die Ertüchtigung alter Gebäude ist längst ein Milliardenmarkt. Der Dienstleister Implenia sicherte sich Modernisierungsaufträge im Wert von rund 180 Millionen Schweizer Franken. Die Projekte: energetische Sanierungen in Lausanne und der Umbau von Bürogebäuden in Wohnraum in Zürich. Realisiert werden sollen sie zwischen 2026 und 2031.
Kreislaufwirtschaft: Forscher tüfteln an höheren Recyclingquoten
Auch die Nachhaltigkeit der eingesetzten Materialien rückt in den Fokus. Wissenschaftler der THM Gießen forschen an Methoden, die Wiederverwertungsquote von Stahlbauteilen zu erhöhen. Hintergrund sind politische Forderungen nach einer stärkeren Kreislaufwirtschaft bei Massenmetallen wie Aluminium, Kupfer und Stahl.
Aktuell liegt die Metallrecyclingquote in Deutschland bei rund 32 Prozent. Besonders für kleine und mittlere Unternehmen sehen Experten Potenzial: durch sensorbasierte Qualitätsprüfungen und recyclinggerechte Produktgestaltung.
Bürokratieabbau: Wirtschaft fordert Tempo
Trotz aller technologischen Fortschritte mahnen Wirtschaftsvertreter: Die Politik muss schneller liefern. Die IHK Darmstadt betonte kürzlich die Dringlichkeit zugesagter Entlastungen – etwa Genehmigungsfiktionen und weniger Berichtspflichten. Eine Verzögerung wichtiger Maßnahmen bis Ende 2027 wird kritisch gesehen. Das Tempo der Regulierung müsse mit den praktischen Erfordernissen der Betriebe Schritt halten.
