Energiekosten: Neue Strompreispauschale für E-Autos ab August
Veröffentlicht am: 09.09.2026 um 19:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In der aktuellen Fachberichterstattung rückt der E-CHECK EMA verstärkt als Instrument zur Senkung betrieblicher Energiekosten in den Fokus. Das Prüfsiegel soll Unternehmen dabei unterstützen, elektrische Maschinen und Anlagen nicht nur sicherer, sondern auch effizienter zu betreiben.
Parallel dazu stellen Anbieter neue technologische Lösungen vor, die durch Künstliche Intelligenz (KI) und präzises Monitoring zusätzliche Einsparpotenziale erschließen.
KI-gestützte Systeme für das Energiemanagement
Mehrere Hersteller präsentierten in den vergangenen Tagen innovative Systeme zur Verbrauchsoptimierung. Fronius stellte einen Energiekosten-Assistenten für Photovoltaik-Anlagen mit Batteriespeicher vor.
Eine Analyse ergab, dass durch eine KI-optimierte Speicherstrategie, die Einspeisetarife und Börsenstrompreise berücksichtigt, die Stromkosten um bis zu 14,7 % gesenkt werden können. Das System bietet Anwendern zudem eine 24-Stunden-Vorschau in einem digitalen Portal.
Auch Zendure und Hager setzen auf KI-Agenten. Das System Agentic HEMS von Zendure integriert Prognosen zu Wetter, Preisen und Verbrauch sowie über 870 Energieanbieter und rund 5.000 Wärmepumpenmodelle.
Hager wiederum erweiterte sein System flow R3 um die Anwendung AI360. Diese steuert Komponenten wie Ladestationen und Wärmepumpen und verspricht eine Senkung der Energiekosten um bis zu 90 %. Das System erfüllt regulatorische Anforderungen wie § 14a EnWG und unterstützt Ersatzstromlösungen bis 24 kW.
Monitoring und industrielle Effizienzsteigerung
Ein wesentlicher Faktor zur Kostenkontrolle ist die Transparenz der Verbrauchsdaten. Der Dienstleister VEA bietet hierfür einen Messstellenbetrieb an, der Verbrauchsdaten in nahezu Echtzeit liefert. Über ein Extranet können Unternehmen Lastgangreports abrufen, wobei die Daten mit einem Versatz von zwei Werktagen bereitgestellt werden.
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Im Bereich der Hardware stellte EcoPhi neue Lösungen für das Anlagenmonitoring vor. Die Systeme, die bereits in über 25 Ländern im Einsatz sind, ermöglichen Funktionen wie Lastspitzenkappung und Eigenverbrauchsoptimierung. Janitza präsentierte mit der UMG 800-Serie ein modulares Messsystem, das neben dem Energiemanagement auch die Spannungsqualität und das Differenzstrom-Monitoring überwacht.
In der industriellen Anwendung setzen Unternehmen vermehrt auf Dekarbonisierung und Digitalisierung. Im Shell Energy and Chemicals Park Rheinland installierten Shell, Schneider Electric und Axens den europaweit ersten elektrischen Röhrenerhitzer im industriellen Maßstab. Dieser ersetzt herkömmliche befeuerte Heizungen und eliminiert direkte CO2-Emissionen.
Das Unternehmen Magnet-Schultz führt unterdessen eine cloudbasierte Plattform für die Fertigungssteuerung ein, um papierbasierte Prozesse abzulösen und Echtzeit-Transparenz über Maschinenbelegungen zu erhalten.
Branchenspezifische Einsparungen und Potenziale
In der Hotellerie zeigen Beispiele wie die von Accor, dass präzises Messen statt Schätzen erhebliche Vorteile bringt. Bereits eine Senkung der Raumtemperatur um 1 °C könne bis zu 7 % der Energiekosten einsparen. Durch automatisierte Steuerungen des Anbieters Betterspace in ungenutzten Räumen seien Einsparungen bei der Heizenergie von bis zu einem Drittel möglich.
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In der Lebensmittelproduktion berichtet Minebea Intec, dass durch moderne Röntgeninspektion und Kontrollwaagen Verluste reduziert werden könnten. Ein Anwenderbeispiel von Premier Foods beziffert die Ersparnis auf 80.000 Britische Pfund pro Jahr.
Rahmenbedingungen und Flexibilitätspotenziale
Eine aktuelle Studie von E.ON und der Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FfE) unterstreicht die gesamtwirtschaftliche Bedeutung der Flexibilisierung. Demnach liege das Flexibilitätspotenzial deutscher Haushalte im Jahr 2026 bei 18,3 TWh und könne bis 2031 auf 34 TWh steigen. Die optimierte Nutzung von Elektroautos und Wärmepumpen könne jährlich bis zu 762 Millionen Euro einsparen.
Für Unternehmen mit Elektro-Fuhrparks sind zudem steuerliche Neuerungen relevant. Ein Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen regelt seit dem 1. August 2026 den Nachweis von Stromkosten für das Laden von E-Autos. Eine Strompreispauschale von 34,36 Cent/kWh ist demnach steuerfrei erstattbar, sofern die geladene Menge über separate Zähler nachgewiesen wird.
Herausforderungen bleiben jedoch bei der Abrechnung von Großanlagen. Seit Ende 2025 müssen Betreiber von Wind- und PV-Anlagen Redispatch-Entschädigungen direkt beim Netzbetreiber einfordern. Ein Beispiel aus Bayern zeigt, dass diese Entschädigungen bei negativen Börsenpreisen im April 2026 sogar negativ ausfallen konnten.
