Energiespeicher, Mängel

Energiespeicher: 70% der Mängel entstehen auf Systemebene

30.06.2026 - 20:05:35 | boerse-global.de

Branchenexperten fordern auf dem Münchner Sicherheitsgipfel einheitliche Normen und mehr Qualitätskontrollen für Photovoltaik- und Speicheranlagen.

PV-Sicherheitsgipfel: 70% der Mängel auf Systemebene
Energiespeicher - Eine sichere Photovoltaik- und Energiespeicheranlage mit digitalen Netzwerksymbolen, die technische Zuverlässigkeit und Systemstabilität betonen. 30.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

70 Prozent aller Mängel treten auf Systemebene auf – nicht bei Einzelkomponenten. Das ist das alarmierende Ergebnis des ersten „PV & ESS Safety Industry Summit“ in München.

Am 24. Juni trafen sich Vertreter aus Industrie, Verbänden und Prüfinstituten auf der Intersolar Europe 2026. Ihr Thema: die wachsenden Sicherheitsanforderungen beim weltweiten Ausbau von Photovoltaik und Energiespeichern. Im Zentrum standen technische Risiken, Qualitätssicherung und die Versicherbarkeit von Großprojekten.

Neues Weißbuch soll Sicherheitslücken schließen

Huawei Digital Power veröffentlichte gemeinsam mit Branchenpartnern ein Weißbuch zur Sicherheit netzbildender Energiespeichersysteme. Das Dokument soll als Leitfaden dienen, um die technische Zuverlässigkeit von Anlagen zu erhöhen, die aktiv zur Stabilität der Stromnetze beitragen.

Xia Hesheng von Huawei Digital Power betonte: Die Sicherheit von PV- und Speichersystemen sei eine grundlegende Voraussetzung für den Erfolg der Energiewende. Er forderte eine disziplinübergreifende Zusammenarbeit, um komplexe Sicherheitsherausforderungen systematisch anzugehen.

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Qualitätsprobleme selbst bei Top-Zulieferern

Ein zentraler Punkt der Diskussion: die Fehleranfälligkeit aktueller Speichersysteme. Mikel Arrese-Igor vom Prüfunternehmen DNV berichtete, dass rund 70 Prozent der festgestellten Mängel auf der Systemebene auftreten. Defekte einzelner Komponenten sind dagegen selten die Ursache.

Diese Erkenntnis deckt sich mit Ergebnissen einer weiteren Branchenkonferenz, die ebenfalls am 24. Juni in München stattfand. Demnach offenbarten Werksaudits selbst bei namhaften Tier-1-Zulieferern in allen Produktionsphasen von Batterien Qualitätsprobleme. Experten fordern eine lückenlose Qualitätskontrolle als Basis für die Bankfähigkeit von Projekten.

Versicherungsschutz hinkt hinterher

Der Ausbau der Speicherkapazitäten in Deutschland schreitet rasant voran. Die installierte Kapazität von Batteriegroßspeichern hat hierzulande bereits 19 Gigawattstunden erreicht. Mit der Größe der Anlagen steigen jedoch auch die Anforderungen an das Risikomanagement.

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Gerrit Lührung vom Bundesverband Energiespeicher Systeme (BVES) und Alastair Nicklin vom Versicherungsmakler WTW sehen ein Ungleichgewicht zwischen technologischen Risiken und verfügbarem Versicherungsschutz. Eine engere Abstimmung zwischen Anlagenbauern und Versicherern sei dringend nötig.

Einheitliche Normen als Schlüssel

Teilnehmer wie Bill Reaugh vom VDE und Tom Hessels vom niederländischen Institut für öffentliche Sicherheit (NIPV) diskutierten über die Bedeutung standardisierter Prüfverfahren. Ihr Ziel: einheitliche Sicherheitsniveaus, die sowohl den Brandschutz als auch die Betriebssicherheit unter extremen Bedingungen abdecken.

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