Zölle, Medikamente

Verband: AbhÀngigkeit von China gefÀhrdet Arzneiversorgung

20.10.2025 - 09:04:08

EngpĂ€sse bei manchen Medikamenten, darunter FiebersĂ€fte fĂŒr Kinder, schĂŒren immer wieder Sorgen ĂŒber die Patientenversorgung. Eine Studie warnt, China könne AbhĂ€ngigkeiten als Druckmittel einsetzen.

  • Deutschland ist bei vielen Wirkstoffen von Asien abhĂ€ngig. (Archivbild) - Foto: Hendrik Schmidt/dpa

    Hendrik Schmidt/dpa

  • In Deutschland gibt es immer wieder EngpĂ€sse bei Arzneien. (Archivbild) - Foto: Daniel Reinhardt/dpa

    Daniel Reinhardt/dpa

Deutschland ist bei vielen Wirkstoffen von Asien abhÀngig. (Archivbild) - Foto: Hendrik Schmidt/dpaIn Deutschland gibt es immer wieder EngpÀsse bei Arzneien. (Archivbild) - Foto: Daniel Reinhardt/dpa

Antibiotika, Diabetesmedikamente, Schmerzmittel: Deutschland ist bei vielen Arzneien auf China angewiesen. Der Pharmaverband Pro Generika warnt in einer neuen Studie vor einer starken AbhÀngigkeit, die China als politisches Druckmittel einsetzen könne - Àhnlich wie die ExportbeschrÀnkungen bei Seltenen Erden im Zollstreit mit den USA. 

Ein möglicher Lieferstopp von Wirkstoffen fĂŒr Nachahmermedikamente wĂŒrde große LĂŒcken in die Arzneiversorgung in Deutschland reißen, heißt es in der Analyse. DafĂŒr wurden 56 Wirkstoffe untersucht, die amtlich als versorgungsrelevant eingestuft sind, darunter Schmerzmittel, Antibiotika, Diabetes-Medikamente und biopharmazeutische Nachahmerprodukte. Ergebnis: Bei 20 der Wirkstoffe, also ĂŒber einem Drittel, sei der Anteil chinesischer Hersteller so hoch, dass die Versorgung bei einem Lieferstopp in Gefahr wĂ€re. Besonders betroffen seien Antibiotika sowie Diabetes- und Schmerzmittel. 

Lieferungen aus China kaum ersetzbar

Chinesische Produzenten hĂ€tten in den vergangenen Jahren gezielt in Anlagen etwa fĂŒr antibiotische Wirkstoffe investiert und sich zu zentralen Zulieferern weltweit entwickelt. Bei einem Ausfall stĂŒnden keine ausreichenden alternativen Bezugsquellen am Weltmarkt bereit, «ein kurzfristiger Ausbau eigener KapazitĂ€ten ist technisch nicht möglich».

Die Autoren der Studie fĂŒr Pro Generika kommen unter anderem vom Institut der deutschen Wirtschaft und dem European Union Institute for Security Studies. Der Verband vertritt die Interessen der Generika-Hersteller. Solche Nachahmerprodukte von Arzneien, deren Patentschutz abgelaufen ist, spielen wegen niedriger Preise eine wichtige Rolle im Gesundheitssystem. Bork Bretthauer, GeschĂ€ftsfĂŒhrer von Pro Generika, fordert ein Einschreiten der Politik, um AbhĂ€ngigkeiten zu verhindern. «Sie darf nicht zulassen, dass wir genau so enden wie beim russischen Gas.»

Hersteller beklagen Kostendruck

Die Knappheit bei Medikamenten wie FiebersĂ€fte oder Schmerzmittel wird immer wieder diskutiert. PharmaverbĂ€nde wie Pro Generika fordern seit Jahren weniger strikte Vorgaben von der Politik, die die Arzneipreise reguliert. Sie machen Kostendruck dafĂŒr verantwortlich, dass sich Hersteller in Deutschland etwa aus der Produktion von FiebersĂ€ften oder Penicillin zurĂŒckgezogen haben.

Exportstopps von Generika seien denkbar, schreiben die Studienautoren. Öffentliche chinesische Dokumente wie FĂŒnfjahresplĂ€ne zeigten, dass Peking ExportbeschrĂ€nkungen als Druckmittel diskutiere. Der Verband zieht Parallelen zu Ausfuhrkontrollen bei Seltenen Erden, die China im Zollstreit mit den USA einsetze. 

Zwar habe Europa einen Vorsprung bei innovativen Arzneimitteln wie Biopharmazeutika. Doch China hole auf, warnt Pro Generika. Das Land sei auf bestem Weg, globaler Innovationsmotor in der Arznei-Entwicklung zu werden. Deutschland mĂŒsse seine Produktionsstandorte sichern, Lieferketten breiter aufstellen und Innovationen fördern.

@ dpa.de