Krise, Batteriehersteller

Krise bei Batteriehersteller Varta verschÀrft sich

12.04.2024 - 10:20:37 | dpa.de

Erst 2023 einigt sich das Unternehmen mit seinem MehrheitsaktionĂ€r und Banken auf einen Umbau. Nun werden Geldgeber erneut um Hilfe gebeten. Die Hiobsbotschaften schocken die leidgeprĂŒften Anleger.

Vartas Krise hat sich den Angaben zufolge auf breiter Front verschÀrft. - Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Vartas Krise hat sich den Angaben zufolge auf breiter Front verschÀrft. - Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Der kriselnde Batteriekonzern Varta ruft bei seinen Geldgebern erneut um Hilfe. Ein Einbruch der Nachfrage, billige Angebote der Konkurrenz aus Asien und ein Cyberangriff werfen das Unternehmen bei seiner Sanierung zurĂŒck.

Das Konzept aus dem vergangenen Sommer sei «nicht mehr angemessen», um bis Ende 2026 wie geplant auf einen profitablen Wachstumskurs zurĂŒckzukehren, teilte Varta in Ellwangen mit. Der Vorstand verhandelt mit den Finanzierern ĂŒber eine Lösung.

Tiefster Stand seit dem Börsengang 2017

Der Kurs der Varta-Aktie stĂŒrzte nach den Nachrichten ab. Kurz nach Handelsbeginn verlor das Papier bis zu 34 Prozent auf 9,30 Euro und fiel damit auf den tiefsten Stand seit dem Börsengang 2017. Im bisherigen Jahresverlauf hat das Papier mehr als die HĂ€lfte an Wert eingebĂŒĂŸt, in den vergangenen fĂŒnf Jahren sogar mehr als drei Viertel.

Vartas Krise hat sich den Angaben zufolge auf breiter Front verschĂ€rft. Die Nachfrage nach kleinen Lithium-Ionen-Knopfzellen etwa fĂŒr Kopfhörer schwanke stark, und die Nachfrage nach Energiespeichern fĂŒr den Strom aus Solaranlagen sei unerwartet erheblich eingebrochen. Zudem klagte der Konzern ĂŒber Billigpreise der Konkurrenz fĂŒr Energiespeicher und anhaltende Probleme in den Lieferketten.

Hackerangriff im Februar

Zu allem Überfluss hatten Hacker im Februar Vartas Computersysteme attackiert und die Produktion fĂŒr Wochen lahmgelegt. Die wirtschaftlichen Folgen des Cyberangriffs ließen sich noch nicht vollstĂ€ndig abschĂ€tzen, hieß es nun. So musste das Unternehmen deshalb schon die Vorlage seines Konzernabschlusses fĂŒr das vergangene Jahr verschieben. Deshalb dĂŒrfte das Unternehmen auch aus dem Kleinwerte-Index SDax fliegen.

Varta hatte sich 2023 mit seinem MehrheitsaktionĂ€r Michael Tojner und den Banken auf einen weitreichenden Umbau geeinigt. Der Österreicher Tojner hatte im Zuge einer Kapitalerhöhung 50 Millionen Euro zugeschossen, und die Banken gewĂ€hrten erleichterte Kreditbedingungen und verlĂ€ngerten die VertrĂ€ge. Die Schritte sollten das Unternehmen finanziell stabilisieren. Doch angesichts der jĂŒngsten Entwicklungen braucht Varta schon wieder UnterstĂŒtzung.

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