Was auf Flugpassagiere am Donnerstag zukommt
01.02.2024 - 04:37:40Schon wieder mĂŒssen Reisende wegen eines Arbeitskampfs umdisponieren. Die Gewerkschaft Verdi hat im Tarifstreit der Luftsicherheitsbranche fĂŒr diesen Donnerstag zu Warnstreiks an rund einem Dutzend FlughĂ€fen in Deutschland aufgerufen. Der Flughafenverband ADV rechnet mit rund 1100 FlugausfĂ€llen oder -verspĂ€tungen. Betroffen seien demnach rund 200.000 Passagiere, wie der Verband am Mittwoch mitteilte. Das mĂŒssen FluggĂ€ste nun beachten.
Welche FlughÀfen sind betroffen?
Verdi ruft an bundesweit elf FlughĂ€fen zu Warnstreiks auf: Frankfurt, am Hauptstadtflughafen BER, DĂŒsseldorf, Köln/Bonn, Stuttgart, Hannover, Hamburg, Bremen, Dresden, Leipzig/Halle und Erfurt. Nicht bestreikt wird hingegen das wichtige Drehkreuz MĂŒnchen. Auch am Flughafen in NĂŒrnberg lĂ€uft der Betrieb beim Sicherheitspersonal ohne EinschrĂ€nkungen.
Fallen an den betroffenen Standorten alle FlĂŒge aus?
Die EinschrĂ€nkungen sind je nach Standort sehr unterschiedlich. Einige FlughĂ€fen haben bereits angekĂŒndigt, dass dort am Donnerstag keine AbflĂŒge stattfinden werden. Das ist etwa am BER in Schönefeld der Fall sowie in Hamburg, Hannover oder Stuttgart.
Am Frankfurter Flughafen werden am Donnerstag keine lokalen Passagiere zusteigen können. Die FluggĂ€ste sollten nicht zum Flughafen kommen und sich mit ihren Fluggesellschaften in Verbindung setzen, um alternative Reisemöglichkeiten zu erhalten, sagte ein Sprecher. Wie groĂ die Auswirkungen auf den Flugplan am gröĂten deutschen Flughafen konkret sind, blieb zunĂ€chst unklar, da zumindest Interkontinental- und EuropaflĂŒge stattfinden können.
Die Lufthansa rief ihre eigenen Passagiere am Mittwoch ĂŒber ihre App dazu auf, nicht zu den FlughĂ€fen Frankfurt, Hamburg, Bremen, Berlin, Leipzig, Dresden und Erfurt zu kommen, da ein Einstieg dort nicht möglich sei.
Woher weià ich, ob mein Flug ausfÀllt und wie finde ich eine Alternative?
Ansprechpartner mit Informationen zum eigenen Flug, zu Umbuchungsmöglichkeiten und Alternativen ist in der Regel die jeweilige Fluggesellschaft. Die FlughĂ€fen selbst bieten oft auf ihren Internetseiten Informationen zum Flugstatus der fĂŒr den entsprechenden Tag geplanten Starts und Landungen. Bei streikbedingtem Flugausfall oder einer VerspĂ€tung von mehr als drei Stunden muss die Fluggesellschaft Reisenden eine alternative Beförderung zum Ziel anbieten - etwa durch die Umbuchung auf einen anderen Flug. Das passiert oft automatisch. Oder die Airline bietet die Option an, das Ticket fĂŒr innerdeutsche FlĂŒge in eine Bahnfahrkarte umzuwandeln.
Wann geht der Warnstreik los?
An den meisten Standorten fĂ€ngt der Ausstand mit Betriebsbeginn am frĂŒhen Donnerstagmorgen an. Am BER etwa soll der Warnstreik um 3.30 Uhr beginnen. Dort, wo es kein Nachtflugverbot gibt, kann der Arbeitskampf auch schon frĂŒher losgehen. In Köln/Bonn etwa will Verdi bereits ab diesem Mittwoch um 21.00 Uhr mit dem Ausstand beginnen.
Ab wann wird es wieder normal laufen?
Auch das sei je nach Flughafen unterschiedlich, weil die Streikdauer vom Schichtende und -beginn abhÀnge, wie ein Verdi-Sprecher auf Anfrage sagte. So könne an einem Standort am Donnerstag bereits am spÀteren Abend der Ausstand vorbei sein und woanders noch bis Mitternacht laufen. Ziel sei, dass der Flugverkehr am Freitag wieder wie gewohnt stattfinden könne, hieà es von Verdi.
Warum ruft Verdi zum Warnstreik auf?
Hintergrund des Arbeitskampfs ist die Tarifrunde fĂŒr die Luftsicherheitsbranche. Verdi verhandelt dort eigenen Angaben zufolge fĂŒr rund 25.000 BeschĂ€ftigte. Sie kontrollieren an den FlughĂ€fen Passagiere, GepĂ€ck und Personal. Ohne sie ist also kein Betrieb der Sicherheitsbereiche möglich. Deshalb kommt es zu den weitreichenden EinschrĂ€nkungen im Luftverkehr.
Verdi fordert in dem Tarifkonflikt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten eine pauschale Erhöhung des Stundenlohns um 2,80 Euro und schnellere ZuschlĂ€ge. Derzeit verdienen die Luftsicherheitsassistenten in der untersten Entgeltgruppe 20,60 Euro in der Stunde, was sich bei 160 Monatsarbeitsstunden auf ein Brutto-Gehalt von knapp 3300 Euro addiert. Dazu kommen noch ZuschlĂ€ge fĂŒr Nachtarbeit, Sonn- und Feiertage sowie Mehrarbeit. Zuletzt war es im MĂ€rz vergangenen Jahres zu Warnstreiks bei der Luftsicherheit gekommen. Damals ging es um die Arbeitsbedingungen der BeschĂ€ftigten, die in den vergangenen Jahren deutliche Lohnsteigerungen durchgesetzt hatten.
Die Arbeitgeber vom Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) haben nach eigenen Angaben fĂŒr dieses Jahr 4 Prozent und fĂŒr das kommende Jahr 3 Prozent mehr Geld angeboten.
Wann wird dort weiter verhandelt?
Es wurden bereits zwei weitere Runden fĂŒr den 6. und 7. sowie 21. und 22. Februar vereinbart.


