Flugpassagiere, Bahn

Was auf Flugpassagiere heute zukommt

01.02.2024 - 07:22:03

Erst Bahn, morgen ÖPNV und jetzt der Luftverkehr - immer wieder mĂŒssen Reisende in diesen Tagen wegen ArbeitskĂ€mpfen umplanen. Was sie fĂŒr den Warnstreik an den FlughĂ€fen wissen mĂŒssen.

Schon wieder mĂŒssen Reisende wegen eines Arbeitskampfs umplanen. Die Gewerkschaft Verdi hat im Tarifstreit der Luftsicherheitsbranche zu Warnstreiks an rund einem Dutzend FlughĂ€fen aufgerufen. Der Flughafenverband ADV rechnet mit rund 1100 FlugausfĂ€llen oder -verspĂ€tungen. Betroffen sind demnach rund 200.000 Passagiere. Das mĂŒssen FluggĂ€ste nun beachten. 

Welche FlughÀfen sind betroffen? 

Verdi ruft an bundesweit elf FlughĂ€fen zu Warnstreiks auf: Frankfurt, Berlin, DĂŒsseldorf, Köln/Bonn, Stuttgart, Hannover, Hamburg, Bremen, Dresden, Leipzig/Halle und Erfurt. Nicht bestreikt wird das wichtige Drehkreuz MĂŒnchen. Auch am Flughafen NĂŒrnberg lĂ€uft der Betrieb beim Sicherheitspersonal ohne EinschrĂ€nkungen. 

Fallen an den betroffenen Standorten alle FlĂŒge aus? 

Die EinschrĂ€nkungen sind sehr unterschiedlich. Einige FlughĂ€fen hatten angekĂŒndigt, dass keine AbflĂŒge stattfinden werden. Das ist etwa in Berlin sowie in Hamburg, Hannover oder Stuttgart der Fall. 

Am Frankfurter Flughafen können keine lokalen Passagiere zusteigen. Die FluggĂ€ste sollen nicht zum Flughafen kommen und sich mit ihren Fluggesellschaften in Verbindung setzen, um andere Reisemöglichkeiten zu erhalten. Zumindest Interkontinental- und EuropaflĂŒge können aber stattfinden. Das ist fĂŒr umsteigende Passagiere wichtig.

Die Lufthansa rief ihre Passagiere ĂŒber ihre App dazu auf, nicht zu den FlughĂ€fen Frankfurt, Hamburg, Bremen, Berlin, Leipzig, Dresden und Erfurt zu kommen, da ein Einstieg dort nicht möglich sei. 

Woher weiß ich, ob mein Flug ausfĂ€llt? Wie finde ich eine Alternative? 

Ansprechpartner mit Informationen zum eigenen Flug, zu Umbuchungsmöglichkeiten und Alternativen ist in der Regel die jeweilige Fluggesellschaft. Die FlughĂ€fen selbst bieten oft auf ihren Internetseiten Informationen zum Flugstatus der fĂŒr Starts und Landungen. Bei streikbedingtem Flugausfall oder einer VerspĂ€tung von mehr als drei Stunden muss die Fluggesellschaft Reisenden eine andere Beförderung zum Ziel anbieten - etwa durch die Umbuchung auf einen anderen Flug. Das passiert oft automatisch. Oder die Airline bietet die Option an, das Ticket fĂŒr innerdeutsche FlĂŒge in eine Bahnfahrkarte umzuwandeln.

Seit wann lÀuft der Warnstreik? 

An den meisten Standorten fing der Ausstand mit Betriebsbeginn am frĂŒhen Morgen an. In Köln/Bonn ging es schon am Mittwochabend los, weil es dort kein Nachtflugverbot gibt.

Ab wann wird es wieder normal laufen? 

Auch das sei je nach Flughafen unterschiedlich, weil die Dauer vom Schichtende und -beginn abhĂ€ngt, wie ein Verdi-Sprecher sagte. So könne an einem Standort bereits am spĂ€teren Abend der Ausstand vorbei sein und woanders bis Mitternacht laufen. Ziel sei, dass der Flugverkehr am Freitag wieder wie gewohnt stattfinden könne, hieß es von der Gewerkschaft. 

Warum hat Verdi zum Warnstreik aufgerufen? 

Hintergrund des Arbeitskampfs ist die Tarifrunde fĂŒr die Luftsicherheitsbranche. Verdi verhandelt dort eigenen Angaben zufolge fĂŒr rund 25.000 BeschĂ€ftigte. Sie kontrollieren an den FlughĂ€fen Passagiere, GepĂ€ck und Personal. Ohne sie ist also kein Betrieb der Sicherheitsbereiche möglich.

Verdi fordert bei einer Laufzeit von einem Jahr eine pauschale Erhöhung des Stundenlohns um 2,80 Euro und schnellere ZuschlĂ€ge. Derzeit verdienen die Luftsicherheitsassistenten in der obersten Entgeltgruppe 20,60 Euro in der Stunde, was sich bei 160 Monatsarbeitsstunden auf ein Bruttogehalt von knapp 3300 Euro addiert. Dazu kommen ZuschlĂ€ge fĂŒr Nachtarbeit, Sonn- und Feiertage sowie Mehrarbeit. Zuletzt war es im MĂ€rz vergangenen Jahres zu Warnstreiks bei der Luftsicherheit gekommen. Damals ging es um die Arbeitsbedingungen der BeschĂ€ftigten, die in den vergangenen Jahren deutliche Lohnsteigerungen durchgesetzt hatten.

Die Arbeitgeber vom Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) haben nach eigenen Angaben fĂŒr dieses Jahr 4 Prozent und fĂŒr das kommende Jahr 3 Prozent mehr Geld angeboten.

Wann wird weiterverhandelt?

Es wurden bereits zwei weitere Runden fĂŒr den 6. und 7. sowie 21. und 22. Februar vereinbart.

@ dpa.de