Disney, Sommer

Disney geht ab Sommer gegen Teilen von Passwörtern vor

08.02.2024 - 03:17:11

Erst griff Netflix beim Teilen von Passwörtern durch, jetzt zieht Disney+ nach. Der Unterhaltungsriese will sein Streaming-GeschÀft profitabel machen.

Der Streamingdienst Disney+ will sein angekĂŒndigtes Vorgehen gegen Passwort-Trittbrettfahrer im Sommer in die Tat umsetzen. Bisher lĂ€sst Disney das Teilen von Accounts zu, kĂŒnftig sollen Nutzer außerhalb eines gemeinsamen Haushalts aber fĂŒr ein eigenes Abo zahlen. Netflix greift schon seit Monaten gegen die Weitergabe von Passwörtern durch - und bekam dadurch mehr Abonnenten.

Disney will sein Streaming-GeschÀft bis Ende September in die schwarzen Zahlen bringen. Im vergangenen Quartal verbuchte es noch ein operatives Minus von 216 Millionen Dollar.

Das Vorgehen gegen Passwort-Trittbrettfahrer birgt Risiken: VerÀrgerte Nutzer könnten einfach zur Konkurrenz wechseln. Disney hofft aber auf die AttraktivitÀt seines Streaming-Angebots mit Filmen und Serien wie rund um «Star Wars» und die Marvel-Superhelden.

Disney-Universum samt Spielen wie «Fortnite»

Disney-Chef Bob Iger setzt zugleich groß auf das Spiele-GeschĂ€ft. Der Konzern steigt mit 1,5 Milliarden Dollar bei der Entwicklerfirma Epic Games («Fortnite») ein. Gemeinsam wolle man ein «Disney-Universum» entwickeln, in dem man unter anderem Spiele sowie virtuelle und spĂ€ter vielleicht auch physische Artikel kaufen kann, sagte Iger im TV-Sender CNBC. Es solle neben Epics Online-Spiel «Fortnite» existieren, aber damit verknĂŒpft sein. Die Entwicklung könne allerdings «ein paar Jahre» dauern, schrĂ€nkte Iger ein.

Disney profitierte im vergangenen Quartal abermals vom starken GeschĂ€ft mit seinen Freizeitparks und Kreuzschiffen. Der Fokus der Wall Street liegt seit Monaten auf dem Wandel im MediengeschĂ€ft des Unterhaltungsriesen. Das Kabelfernseh-GeschĂ€ft in den USA, das ĂŒber die Jahre ein verlĂ€sslicher Geldbringer war, schrumpft - weil immer mehr Leute zum Streaming wechseln. Wie auch andere Hollywood-Konzerne setzte Disney einen eigenen Streamingdienst auf und nahm hohe Verluste in Kauf, um zum BranchenfĂŒhrer Netflix aufzuschließen.

Verluste im Kabel-TV, dafĂŒr Gewinne im Streamingmarkt

Im vergangenen Quartal sank der Umsatz im Kabel-TV um zwölf Prozent auf 2,8 Milliarden Dollar (2,6 Mrd Euro), wie Disney nach US-Börsenschluss mitteilte. Die Sparte verbuchte zugleich einen operativen Gewinn von 1,24 Milliarden Dollar - sieben Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die Erlöse im Streaming-GeschÀft mit Disney+ und dem Sportangebot ESPN+ stiegen um 14 Prozent auf gut sechs Milliarden Dollar. Das operative Minus von 216 Millionen Dollar war bereits eine deutliche Verbesserung im Vergleich zu einer Milliarde Dollar Verlust vor einem Jahr.

Die Zahl der Abonnenten im Kernangebot von Disney+ sank zugleich um ein Prozent auf 111,3 Millionen. Der Konzern erwartet fĂŒr die nĂ€chsten Monate aber einen Zuwachs um 5,5 bis 6 Millionen Nutzer. Netflix kam zuletzt auf ĂŒber 260 Millionen Kundenhaushalte.

GeschÀft mit Freizeitparks und Fanartikeln lÀuft gut

Das GeschÀft mit Freizeitparks und Fanartikeln brachte im vergangenen Quartal einen operativen Gewinn von 3,1 Milliarden Dollar bei 9,1 Milliarden Dollar Umsatz ein.

Iger hatte vor einem Jahr das Ziel ausgegeben, die Kosten um 7,5 Milliarden Dollar zu senken. Die Einsparungen werden wahrscheinlich noch höher ausfallen, sagte er nun.

Disneys Konzernumsatz blieb mit 23,5 Milliarden Dollar praktisch unverĂ€ndert. Der Quartalsgewinn stieg von 1,28 auf 1,9 Milliarden Dollar. Die Sparmaßnahmen hĂ€tten dazu rund 500 Millionen Dollar beigetragen, betonte Iger. Die Disney-Aktie legte im nachbörslichen Handel um fast sieben Prozent zu.

@ dpa.de