Erste-Hilfe-Kurse: DRK Delitzsch schult betriebliche Ersthelfer für 50 Euro
Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 00:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer DRK Kreisverband Delitzsch informiert über sein Schulungsangebot im Bereich der lebensrettenden Sofortmaßnahmen. Wie aus Angaben des Verbandes hervorgeht, richtet sich das Lehrgangsangebot im Schulungszentrum an der Eilenburger Straße 65 A an Führerscheinanwärter sowie an betriebliche Ersthelfer gemäß dem Grundsatz 304-001 der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) und der Berufsgenossenschaften.
Ebenso umfasst die Zielgruppe Jugendgruppenleiter, Lehrkräfte und Auszubildende. Die Schulungen, die für einen Zeitrahmen von 08:00 bis 15:30 Uhr angesetzt sind, kosten 50,00 Euro pro Person und können online gebucht werden.
Inhaltlich deckt das Programm den Eigenschutz, die Wundversorgung, den Umgang mit Gelenk- und Knochenbrüchen, Verbrennungen, Vergiftungen sowie die stabile Seitenlage und die Wiederbelebung ab.
Betriebliche Anforderungen und Ausbildung von Nachwuchskräften
Die Vermittlung grundlegender Notfallmaßnahmen spielt in Betrieben eine wesentliche Rolle im Arbeits- und Gesundheitsschutz. Dass Sicherheitsaspekte in der Ausbildung bereits einen festen Platz haben, zeigt das DGUV Barometer Bildungswelt 2026. Demnach fühlen sich 72 Prozent der Auszubildenden durch ihre Ausbildung gut auf ein sicheres und gesundes Berufsleben vorbereitet. 91 Prozent der Auszubildenden berichten, dass Sicherheitsinhalte im Rahmen ihrer Ausbildung vermittelt werden.
Während 93 Prozent der Befragten um die Existenz der gesetzlichen Unfallversicherung wissen, sind allerdings nur 72 Prozent mit dem genauen Meldeweg für Unfälle und Gefahren vertraut. Zur weiteren Erfassung betrieblicher Notfallstandards führt die DGUV in ihrer Zeitschrift „Arbeit & Gesundheit“ zudem eine Umfrage zur Vorbereitung auf seltenere Ereignisse wie Brände, Arbeitsunfälle oder technische Störungen durch.
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Gesetzliche Weichenstellungen für die Notfallversorgung
Auf Bundesebene wurde die Rettungskette jüngst gesetzlich nachgeschärft: Der Deutsche Bundestag beschloss am 15. Oktober 2026 das Gesetz zur Reform der Notfallversorgung.
Die Neuregelung sieht unter anderem die verpflichtende Anleitung zur Wiederbelebung am Telefon durch Rettungsleitstellen, eine Vernetzung mit App-basierten Ersthelfersystemen sowie die Einrichtung eines bundesweiten Katasters für automatisierte externe Defibrillatoren (AED) vor. Der Deutsche Rat für Wiederbelebung (GRC) begrüßte diese Verankerung im Gesetz.
Nach Angaben des GRC erleiden in Deutschland jährlich mehr als 100.000 Menschen einen plötzlichen Herz-Kreislaufstillstand. Eine Arbeitsgruppe des GRC verweist bei der Telefonreanimation auf eine notwendige Behandlungszahl von 7 bis 10 Fällen, um ein zusätzliches Überleben zu ermöglichen.
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Hohe Hilfsbereitschaft bei bestehenden Wissenslücken
Untersuchungen der ADAC-Stiftung im Rahmen des „Monitors Reanimation“ verdeutlichen die Bedeutung regelmäßiger Schulungen. Außerhalb von Kliniken kommt es jährlich zu rund 130.000 Herz-Kreislauf-Stillständen.
Zwar erklären sich knapp zwei Drittel der Bürger bereit, im Ernstfall unverzüglich Wiederbelebungsmaßnahmen zu ergreifen; liegt eine telefonische Anleitung durch die Leitstelle vor, klettert dieser Anteil von 64 auf 83 Prozent. Zudem beabsichtigen 44 Prozent der Befragten, einen Erste-Hilfe-Kurs zu besuchen – drei Viertel von ihnen planen dies innerhalb des kommenden Jahres.
Bei Personen über 60 Jahren liegt die letzte Kursteilnahme jedoch oft weit zurück: Lediglich 27 Prozent haben in den vergangenen zehn Jahren und weniger als 10 Prozent in den vergangenen zwei Jahren ein Training absolviert. Nur 23 Prozent in dieser Altersgruppe gaben an, genau zu wissen, wann eine Reanimation eingeleitet werden muss.
Neben dem Angebot in Delitzsch bieten Hilfsorganisationen bundesweit vergleichbare Lehrgänge an. So kündigten die Malteser in Bad Reichenhall für den 24. Oktober einen Erste-Hilfe-Kurs für Führerscheinbewerber und betriebliche Ersthelfer von 8:30 bis 16:15 Uhr an, bei dem neben Wundversorgung und stabiler Seitenlage auch Defibrillatoren geschult werden. Auf kommunaler Ebene fand zudem am 16. Oktober 2026 im Rathaus von Pritzwalk eine Notfallschulung zur Herzdruckmassage und AED-Nutzung statt.
