Trump vor Gericht: Erster Strafprozess gegen Ex-PrÀsident startet
14.04.2024 - 11:38:23 | dpa.deApril) in New York ein Strafprozess gegen einen frĂŒheren US-PrĂ€sidenten beginnen: Donald Trump ist in dem Verfahren in Zusammenhang mit Schweigegeldzahlungen an einen Pornostar unter anderem wegen FĂ€lschung von GeschĂ€ftsunterlagen angeklagt. Der 77-JĂ€hrige hat auf nicht schuldig plĂ€diert.
Die AnwĂ€lte des Republikaners, der im November erneut zum US-PrĂ€sidenten gewĂ€hlt werden will, hatten bis zuletzt noch versucht, das Verfahren abzuwenden, zu verlegen oder zu verzögern. Eigentlich war der Prozessauftakt bereits fĂŒr den 25. MĂ€rz angesetzt gewesen, doch Richter Juan Merchan hatte eine von Verteidigung und Anklage beantragte Verschiebung gewĂ€hrt, um die Sichtung von neuem Beweismaterial möglich zu machen. Weitere Verschiebungen hatten Merchan und auch ein Berufungsgericht jedoch abgelehnt.
Der Ablauf des Prozesses
Der Prozess könnte nach Gerichtsangaben bis zu acht Wochen dauern. Zu erwarten sei ein "Pendeln zwischen anzĂŒglichen Zeugenaussagen zu Sex-Skandalen und kleinteiligen Details ĂŒber Unternehmensdokumente", schrieb die "New York Times". Als Zeugen könnten unter anderem Trumps frĂŒherer Anwalt Michael Cohen, Trumps frĂŒhere Kommunikationsdirektorin Hope Hicks und Pornodarstellerin Stormy Daniels auftreten. Der Ex-PrĂ€sident selbst hatte gerade erst wieder bei einer Pressekonferenz erklĂ€rt, auch selbst aussagen zu wollen. "Alles, was ich machen kann, ist die Wahrheit zu sagen und die Wahrheit ist, dass sie nichts in der Hand haben." Im Falle einer Verurteilung könnte Trump eine mehrjĂ€hrige GefĂ€ngnisstrafe drohen, die auch auf BewĂ€hrung ausgesprochen werden könnte.
Ab Montag sollen zunĂ€chst die Geschworenen ausgewĂ€hlt werden, was sich ĂŒber mehrere Tage hinziehen könnte. Die Gegend rund um das Gericht im SĂŒden Manhattans wurde bereits im Vorfeld weitrĂ€umig abgesperrt, die Sicherheitsvorkehrungen erhöht. Zumindest vereinzelt wurden auch Proteste sowohl von Trump-Gegnern als auch von Trump-BefĂŒrwortern erwartet. Trump hatte seine AnhĂ€nger auch selbst zu Protesten aufgerufen.
Die HintergrĂŒnde des Verfahrens: Schweigegeld an Stormy Daniels
Hintergrund des Falls ist, dass Trump 2016 kurz vor seiner Wahl zum PrĂ€sidenten 130 000 US-Dollar Schweigegeld an die Pornodarstellerin Stormy Daniels zahlen lieĂ. Sie hatte behauptet, mit ihm Sex gehabt zu haben. Trump bestreitet eine AffĂ€re, nicht aber, dass Geld geflossen ist. Schweigevereinbarungen zwischen zwei Parteien sind nicht grundsĂ€tzlich illegal. Trump wird aber vorgeworfen, er habe die Zahlungen unrechtmĂ€Ăig verbucht, auf illegale Weise zu verschleiern versucht und damit andere GesetzesverstöĂe vertuschen wollen. Daniels hat ihre Sicht auf die Dinge inzwischen vielfach öffentlich geschildert. Auch der vor kurzem erschienene Dokumentarfilm "Stormy" illustriert diese noch einmal.
Weitere Prozesse gegen Trump
Derzeit sind in den USA noch drei weitere Strafprozesse gegen Trump in der Vorbereitung, unter anderem wegen versuchten Wahlbetrugs und der Mitnahme geheimer Regierungsdokumente. Zudem gibt es zahlreiche Zivilprozesse. Der Ex-PrÀsident und sein Anwaltsteam versuchen, die Verfahren mit allen Mitteln zu blockieren oder zu verzögern, und waren damit teilweise auch schon erfolgreich.
In dem Schweigegeld-Prozess geht es um weniger schwerwiegende VorwĂŒrfe als in den anderen FĂ€llen. Experten zufolge ist es aber der Prozess, der womöglich als erster abgeschlossen werden könnte. Trump bestreitet alle VorwĂŒrfe gegen ihn und sieht sich als Opfer einer politisch motivierten Justiz. Das Schweigegeld-Verfahren sieht er als "Wahleinmischung" und "EinschĂŒchterung von WĂ€hlern", wie er immer wieder betont.
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