Erneuter Warnstreik von Lieferandofahrern
01.05.2024 - 05:47:05Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-GaststĂ€tten (NGG) hat beim Lieferdienst Lieferando erneut zu Warnstreiks aufgerufen. Fahrerinnen und Fahrer hĂ€tten am Mittwoch fĂŒr mehrere Stunden die Arbeit niedergelegt, teilte eine Gewerkschaftssprecherin mit. Ein Sprecher des Lieferdienstes erklĂ€rte auf dpa-Anfrage, Konsumenten könnten weiter bestellen. Es werde mit keinen EinschrĂ€nkungen gerechnet, weder fĂŒr die Verbraucher noch fĂŒr die Restaurant-Partner.
Hintergrund des Ausstands sind die Forderungen der NGG nach einem Tarifvertrag fĂŒr die Lieferando-BeschĂ€ftigten. «Seit ĂŒber einem Jahr stellt sich Lieferando taub. Gerade nach der hohen Inflation der letzten Jahre ist ein Tarifvertrag mehr als ĂŒberfĂ€llig», teilte NGG-Referatsleiter Mark Baumeister mit. Erst vor wenigen Tagen hatten Lieferando-BeschĂ€ftigte vor dem Hauptquartier des niederlĂ€ndischen Konzerns Just Eat Takeaway in Amsterdam demonstriert, zu dem die Marke Lieferando gehört.
Die NGG fordert einen Stundenlohn von mindestens 15 Euro sowie die Zahlung eines 13. Monatsgehalts. Sie will auĂerdem höhere ZuschlĂ€ge fĂŒr Abend-, Sonn- und Feiertagsschichten durchsetzen.
Der Arbeitgeber wiederum verweist darauf, dass die Arbeitsbedingungen bei Lieferando im Branchenvergleich ĂŒberdurchschnittlich gut seien. Der Stundenlohn liege bei 14 Euro, alle Fahrerinnen und Fahrer seien direkt bei Lieferando angestellt. Es gebe ZuschlĂ€ge fĂŒr Arbeiten wĂ€hrend der StoĂzeiten sowie weitere Boni und Pauschalen. Viele andere Plattformen wĂŒrden hingegen vor allem mit Subunternehmern zusammenarbeiten, bei denen die Fahrerinnen und Fahrer zu deutlich schlechteren Konditionen angestellt seien.


