Nach Razzia auf dem Bau: Klingbeil möchte Gesetz verschÀrfen
18.06.2025 - 13:18:36Bei einer bundesweiten Razzia auf Baustellen hat der Zoll eine Vielzahl an möglichen Mindestlohn-VerstöĂen und anderen Vergehen festgestellt. Am Montag waren insgesamt 2800 Zöllnerinnen und Zöllner aller HauptzollĂ€mter in Deutschland ausgerĂŒckt und mehr als 8000 Bauarbeiter und andere Arbeitnehmer befragt - etwa in Berlin, MĂŒnchen und Köln. Nun stellte die Generalzolldirektion ein Zwischenergebnis der ĂberprĂŒfungen vor: Die Ermittler leiteten noch vor Ort rund 300 Straf- sowie 400 Ordnungswidrigkeitsverfahren ein. AuĂerdem wurden GeschĂ€ftsunterlagen geprĂŒft.
HĂ€ufig ging es darum, dass Bauarbeiter keinen Aufenthaltstitel hatten - sie hĂ€tten also gar nicht auf den Baustellen sein dĂŒrfen. Im Nachgang der Razzia und nach Auswertung von Unterlagen stellte der Zoll zudem 1800 weitere VerstöĂe fest.Â
In 260 FĂ€llen ging es den Angaben zufolge um das Vorenthalten von SozialversicherungsbeitrĂ€gen und darum, dass wohl nicht mal Mindestlohn bezahlt wurde - nach EinschĂ€tzung eines Zoll-Sprechers auf einer Baustelle in Bornheim bei Köln dĂŒrften einige Bauarbeiter dort wohl nur «wenige Euro» bekommen haben. Dort hatte der Zoll sechs MĂ€nner aus dem Kosovo und WeiĂrussland ausfindig gemacht, die dort nicht hĂ€tten sein dĂŒrfen.
Klingbeil kĂŒndigt Gesetzesnovelle an
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD), dessen Ministerium der Zoll untersteht, sprach von einem «konsequenten Einsatz gegen Schwarzarbeit und illegale BeschĂ€ftigung auf dem Bau». «Wir werden die Gangart gegen diejenigen weiter verschĂ€rfen, die sich auf Kosten aller bereichern», sagte der Sozialdemokrat. Wer schwarz arbeite oder arbeiten lasse, zahle weder Steuern noch Sozialabgaben.Â
«Wir wollen die Ermittlungen weiter intensivieren und so noch mehr aufdecken.» Er wolle die rechtlichen Rahmenbedingungen fĂŒr den Kampf gegen Schwarzarbeit und illegale BeschĂ€ftigung zĂŒgig verbessern. «Dazu werde ich noch vor der Sommerpause einen Gesetzentwurf vorlegen.»


