Essen in GeschÀften ist im Trend
27.05.2025 - 12:52:28Ein Teller Pasta im Möbelhaus oder ein belegtes Brötchen im Supermarkt: Noch nie haben die Menschen in Deutschland so viel Geld fĂŒr Essen in der sogenannten Handelsgastronomie ausgegeben â also fĂŒr Angebote auf der FlĂ€che von GeschĂ€ften und MĂ€rkten. Das geht aus einer vom Handelsforschungsinstitut EHI in Köln publizierten Befragung unter 34 Handelsfirmen hervor, die insgesamt gut 11.300 Filialen haben.Â
Es geht dabei um Lokale, Imbiss-Theken und andere Essensangebote auf der FlĂ€che von Handelsfirmen sowie Schnellrestaurants in Shoppingcentern. Beispiele sind das Ikea-Restaurant sowie die «HeiĂe Theke» mit WĂŒrstchen oder die BĂ€ckerei im Supermarkt-Eingangsbereich, an der es belegte Brötchen gibt. Solche gastronomischen Angebote sollen das Einkaufserlebnis aufwerten, indem der Kunde unkompliziert und relativ billig etwas essen kann.Â
Laut der EHI-Umfrage stieg der Umsatz in der Handelsgastronomie in Deutschland 2024 um 6,1 Prozent auf rund 12,4 Milliarden Euro. FĂŒr dieses Jahr wird ein Plus von 4,1 Prozent auf 12,9 Milliarden Euro prognostiziert. Ob das Umsatzplus eher auf Preiserhöhungen oder eher auf eine gröĂere Verkaufsmenge zurĂŒckzufĂŒhren ist, geht aus der Umfrage nicht hervor.Â
KonjunkturschwÀche wirkt sich hier positiv aus
Die EHI-Experten begrĂŒnden die anziehenden GeschĂ€fte in diesem Marktsegment mit einem «gedĂ€mpften Konsumverhalten» angesichts der schwĂ€chelnden Konjunktur. Die Logik hinter dieser Annahme: Die Menschen schauen mehr aufs Geld als frĂŒher und manch einer isst lieber preisgĂŒnstig im Shoppingcenter-Schnellrestaurant, statt anderswo in ein klassisches Restaurant mit höheren Preisen zu gehen.
Das «Trading down» - also der bewusste Wechsel zu preisgĂŒnstigeren Angeboten - spiele bei der Entwicklung der Handelsgastronomie eine zentrale Rolle, heiĂt es von dem Handelsforschungsinstitut. In wirtschaftlich angespannten Zeiten suchten die Verbraucherinnen und Verbraucher nach Möglichkeiten, ihre Ausgaben zu senken.Â
Vor Corona hatte der Umsatz der Handelsgastronomie in Deutschland dem EHI-Institut zufolge bei zehn Milliarden Euro gelegen, 2021 sackte dieser Wert pandemiebedingt auf nur noch 7,6 Milliarden Euro ab. Seither geht es Schritt fĂŒr Schritt bergauf.


