IG Metall sieht Vier-Tage-Woche als lÀngerfristiges Thema
16.09.2023 - 13:40:34 | dpa.deDie IG Metall will bei der angestrebten Vier-Tage-Woche RĂŒcksicht auf die WettbewerbsfĂ€higkeit der deutschen Metall- und Elektroindustrie nehmen. «Aus heutiger Sicht sehe ich nicht, dass die Vier-Tage-Woche nĂ€chstes Jahr auf den Forderungszettel der IG Metall kommt. Ich betrachte das als lĂ€ngerfristiges Thema», sagte der Erste Vorsitzende der Gewerkschaft, Jörg Hofmann, der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung». Er fĂŒgte hinzu: «Wir sind nicht blauĂ€ugig und sagen: Wir streben morgen in allen unseren Branchen die Vier-Tage-Woche mit vollem Lohnausgleich an. Wir achten auf die Entwicklung von Kosten und ProduktivitĂ€t, aber auch auf eine gerechte Verteilung.»
Der derzeit geltende Tarifvertrag fĂŒr rund 3,9 Millionen BeschĂ€ftigte der Metall- und Elektroindustrie in Deutschland lĂ€uft noch bis Herbst 2024. Die IG Metall werde bei den dann anstehenden Tarifverhandlungen den Schwerpunkt auf höhere Löhne und GehĂ€lter und nicht auf kĂŒrzere Arbeitszeiten legen, sagte Hofmann. GrundsĂ€tzlich halte man aber an der Forderung nach VerkĂŒrzung der Regelwochenarbeitszeit von 35 auf 32 Stunden bei vollem Lohnausgleich fest. «Auf lĂ€ngere Sicht kommen wir nicht umhin, solche Arbeitszeitmodelle fĂŒr alle zu ermöglichen», sagte Hofmann.
Vorreiter soll die kleinere Stahlbranche werden. In der nĂ€chsten Tarifrunde der nordwestdeutschen Eisen- und Stahlindustrie fordert die IG Metall eine VerkĂŒrzung der wöchentlichen Arbeitszeit von 35 auf 32 Stunden bei vollem Lohnausgleich sowie 8,5 Prozent mehr Geld. Die erste Verhandlungsrunde ist fĂŒr Mitte November geplant. In der Branche sind laut Gewerkschaft rund 68.000 Menschen beschĂ€ftigt.
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