ESRS, EU-Standards

ESRS 40a: Neue EU-Standards für 800 Konzerne ab 2029

Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 23:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de

EFRAG-Entwurf betrifft bis zu 800 Konzerne. Firmen wie Kaiserkraft und Mary Kay setzen bereits auf transparente CO2-Bilanzen.

EU-Klimaregeln: Neue Standards treiben Nachhaltigkeitswandel in Unternehmen
Digitales Tablet mit Nachhaltigkeitsdaten und CO2-Emissionsgrafiken in einem modernen, hellen Büro. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die EU verschärft die Regeln für Klimabilanzen – und Unternehmen entdecken den Nutzen der Transparenz. Neue Standards, konkrete Produktdaten und der Kampf um Fachkräfte treiben den Wandel voran.

EU-Entwurf trifft globale Konzerne

Die europäische Beratergruppe EFRAG hat Ende Juli einen Standardentwurf für Nicht-EU-Unternehmen vorgelegt. Der sogenannte ESRS 40a zielt auf Konzerne ab, die in der EU mehr als 450 Millionen Euro Nettoumsatz erzielen. Branchenexperten schätzen: Bis zu 800 Firmen könnten betroffen sein – vor allem aus den USA, Großbritannien, der Schweiz und Japan.

Der Entwurf sieht einen „Impact-Only“-Ansatz vor. Das heißt: Unternehmen müssen vorrangig berichten, wie ihre Tätigkeit Mensch und Umwelt beeinflusst. Die Pflicht soll ab 2029 für das Geschäftsjahr 2028 greifen.

Produkte mit CO2-Fußabdruck

Während die Regulierung wächst, gehen einige Firmen bereits in die Umsetzung. Der Betriebsausstatter Kaiserkraft hat den CO2-Fußabdruck für rund 60.000 Produkte berechnet. Damit deckt das Unternehmen 90 Prozent seines Sortiments ab. Grundlage sind internationale Standards wie das GHG Protocol und die ISO-Norm 14067.

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Auch der Kosmetikhersteller Mary Kay legte Ende Juli seinen Nachhaltigkeitsbericht vor. Das Unternehmen meldet 94 Prozent recycelten Kunststoff in bestimmten Verpackungslinien. In Schlüsselmärkten wie Europa und Amerika setzt Mary Kay zudem vollständig auf recycelbare Produktkartons.

Nachhaltigkeit als Talentmagnet

Die Strategie zahlt sich offenbar auch im Personalbereich aus. Laut aktuellen Studien integrieren in Deutschland 47 Prozent der Arbeitgeber Nachhaltigkeitsziele in ihre Personalstrategie – der europäische Durchschnitt liegt bei 55 Prozent. Bei Bewerbern wächst die Erwartungshaltung: Ein Großteil bevorzugt Unternehmen mit ökologischer und sozialer Verantwortung. Für mehr als ein Drittel der Kandidaten zählt der Sinn der Aufgabe inzwischen mehr als das Gehalt.

Hochschulen und Stahlindustrie ziehen nach

Die Universität Paderborn hat als eine der ersten Hochschulen eine Nachhaltigkeitsstrategie nach CSRD-Struktur veröffentlicht. Freiwillig orientiert sie sich an der EU-Richtlinie und erfasst zwölf Handlungsfelder. Das Prinzip der doppelten Wesentlichkeit soll sowohl die Umweltauswirkungen der Uni als auch externe Risiken für die Institution abbilden.

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In der Grundstoffindustrie fordern Verbände derweil klare Regeln. Der Entsorgerverband BDE verlangt verbindliche Definitionen für „Grünstahl“. Nötig seien absolute CO2-Kennzahlen über die gesamte Lieferkette. Der Hintergrund: Die Stahlindustrie verursacht fünf bis sechs Prozent der EU-Treibhausgasemissionen. Die Umstellung auf Elektrolichtbogenöfen gilt als entscheidender Hebel – auch für die Bilanzen der verarbeitenden Industrie.

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