Estland will GPS-Störungen mit Nato und EU besprechen
30.04.2024 - 12:19:19 | dpa.de"Wir werden das Problem mit Nato-VerbĂŒndeten und EU-Partnern besprechen", schrieb AuĂenminister Margus Tsahkna am Montagabend auf X (vormals Twitter) nach GesprĂ€chen mit seinem Amtskollegen aus Lettland, Litauen, Finnland und Schweden.
Estland wirft dem benachbarten Russland vor, fĂŒr die schon seit lĂ€nger auftretenden Störungen des GPS-Signals ĂŒber dem baltischen EU- und Nato-Land verantwortlich zu sein. Dabei handle es sich um ein "völlig vorsĂ€tzliches Handeln", mit dem Russland der Sicherheit des Flugverkehrs schade und gegen internationale Vorschriften verstoĂe, sagte Tshanka im estnischen Rundfunk. Ăhnlich Ă€uĂerte sich auch Verteidigungsminister Hanno Pevkur.
Das GPS-Signal wird von Flugzeugen etwa zur Bestimmung der eigenen Position und zur Navigation verwendet. Ende vergangener Woche mussten zwei Finnair-Flugzeuge umgeleitet werden, nachdem GPS-Störungen den Landeanflug auf Estlands zweitgröĂte Stadt Tartu verhindert hatten. Es ist einer von wenigen FlughĂ€fen in der Region, an denen dafĂŒr eine GPS-Verbindung erforderlich ist. Die finnische Fluglinie kĂŒndigte deshalb an, ihre FlĂŒge von Helsinki nach Tartu zunĂ€chst auszusetzen.
Nach den VorfĂ€llen hatte die estnische Behörde fĂŒr Verbraucherschutz und technische Regulierung (TTJA) ihre Experten nach Tartu geschickt, um die GPS-Störungen zu untersuchen. Dabei seien keine Störungen des Signals am Boden festgestellt worden, sie begĂ€nnen in einer Höhe von rund eineinhalb Kilometern im Luftraum, sagte ein TTJA-Sprecher am Dienstag dem estnischen Rundfunk. Dabei handele es sich um eine "Nebenwirkung". Nach EinschĂ€tzung der TTJA versucht sich Russland, mit gezielten Störungen des GPS-Signals vor ukrainischen Drohnenangriffen zu schĂŒtzen.
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