EU AI Act: Geschäftsführer haften ab 2. August für KI-Versäumnisse
Veröffentlicht: 07.07.2026 um 22:37 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Besonders brisant: die Vergütungsberichte. Bei den SMI-Konzernen stieg die CEO-Vergütung im Median um 6,1 Prozent auf 8,2 Millionen Franken. Die Quote der Gegenstimmen bei besonders umstrittenen Gehaltsabstimmungen lag bei 54 Prozent.
Auch die Wirtschaftsprüfer geraten unter Beschuss. Ihre durchschnittliche Amtsdauer beträgt 14 Jahre – und der Anteil der Gegenstimmen bei Revisorenwahlen schnellte von 22 auf 41 Prozent hoch.
Neue Haftungsrisiken durch KI
Der EU AI Act setzt Unternehmen unter Druck. Am 2. August 2026 laufen wichtige Fristen für Betreiber von KI-Systemen ab. Wer Risikoanalysen oder Mitarbeiterschulungen verschleppt, riskiert die persönliche Haftung der Geschäftsführung.
Die Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit ist riesig. 89 Prozent der Führungskräfte halten digitale Technologien für relevant – aber nur 33 Prozent fühlen sich ausreichend vorbereitet. Im Mittelstand nutzen zwar 76 Prozent KI produktiv, doch lediglich 26 Prozent haben sie in ihre Governance integriert. Fast die Hälfte betreibt KI in isolierten Bereichen, was „Shadow AI“ begünstigt.
Die neuen gesetzlichen Anforderungen durch den EU AI Act stellen viele Unternehmen vor enorme Herausforderungen bei der Dokumentation und Haftungsvermeidung. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden bietet Ihnen einen kompakten Überblick über alle relevanten Fristen, Pflichten und Risikoklassen. EU AI Act in 5 Schritten verstehen
Datenqualität wird zum Risikofaktor
Schätzungen zufolge könnten bis Jahresende 60 Prozent aller KI-Projekte abgebrochen werden – fehlende Data-Governance-Strukturen sind der Grund. Nur 23 Prozent der Unternehmen haben formale Regeln für Datenqualität. Trotzdem nehmen 58 Prozent höhere Sicherheitsrisiken in Kauf, um kurzfristige Effizienzgewinne zu erzielen.
Konzerne ziehen die Zügel an
Dell Technologies hat Anfang Juli seine Statuten verschärft. Neue Hürden für Aktionärsanträge: mindestens eine Million US-Dollar Marktwert der Aktien oder drei Prozent Stimmrechtsanteil bei sechsmonatiger Haltedauer.
Neben der KI-Verordnung verschärfen sich auch die allgemeinen Compliance-Anforderungen und Haftungsrisiken für die Geschäftsführung stetig. Ein kostenloser Report klärt darüber auf, welche neuen rechtlichen Pflichten und Bedrohungen Unternehmer jetzt kennen müssen, um sich proaktiv abzusichern. Jetzt kostenlosen Cyber-Security & Rechts-Report herunterladen
Rechtsberater rechnen zudem mit mehr staatlichen Untersuchungen – besonders in den USA. Umweltstandards, Arbeitsrecht und Corporate Governance könnten bei politischen Verschiebungen im Kongress verstärkt unter Beobachtung geraten. Unternehmen sollten interne Audits intensivieren und Compliance-Maßnahmen proaktiv dokumentieren.
