EU-CO2-Ziele, Lkw

EU-CO2-Ziele fĂŒr Lkw: 120 Millionen Euro Strafe pro Prozentpunkt

Veröffentlicht am: 12.07.2026 um 22:16 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Drastische Strafzahlungen bei Nichteinhaltung der EU-Flottenziele bedrohen die Existenz deutscher Lkw-Hersteller.
Ein moderner elektrischer Lastwagen fÀhrt bei DÀmmerung auf einer Autobahn, im Hintergrund eine Ladestation. Symbolisiert die Herausforderungen der Nutzfahrzeugbranche. Illustration mit AI erstellt.

Daimler-Truck-Vorstandschefin Karin RÄdström schlÀgt Alarm: Ohne Anpassungen drohe der europÀischen Nutzfahrzeugindustrie der wirtschaftliche Kollaps.

Drastische Ziele, realitÀtsferne Vorgaben

Die EU schreibt vor: Bis 2030 mĂŒssen schwere Lkw 43 Prozent weniger CO2 ausstoßen als 2019. Die Rechnung der Hersteller: Rund 35 Prozent aller Neuzulassungen mĂŒssten dann elektrisch oder mit Wasserstoff fahren.

Die RealitĂ€t sieht anders aus. 2025 waren gerade mal 2 Prozent der Neuzulassungen emissionsfrei. Eine gigantische LĂŒcke zur Zielvorgabe.

Wer die Flottenziele verfehlt, zahlt drauf: Pro verfehltem Prozentpunkt sind 120 Millionen Euro Strafe fÀllig.

Wenn Strafen den Gewinn auffressen

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Ein Beispiel zeigt die Dramatik: Die Sparte Mercedes-Benz Trucks setzte 2025 rund 20 Milliarden Euro um. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern? Nur noch 698 Millionen Euro – nach 922 Millionen im Jahr zuvor.

Analysten warnen: Schon zehn Prozentpunkte unter dem CO2-Ziel wĂŒrde den gesamten Gewinn des Segments vernichten. Bei gleichzeitig hohen Investitionen in neue Antriebstechnologien und schrumpfenden Margen im DieselgeschĂ€ft wird das schnell existenzbedrohend.

Infrastruktur-Mangel als Bremsklotz

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RĂ„dström nennt die HauptgrĂŒnde fĂŒr die schleppende Elektro-Wende im Schwerlastverkehr: viel zu wenige Ladestationen und fehlende Wirtschaftlichkeit. Solange Diesel-Lkw fĂŒr Spediteure gĂŒnstiger bleiben, fehle der Marktanreiz fĂŒr den Umstieg.

Die Branche fordert deshalb eine Nachbesserung der Regulierung. Zentraler Punkt: Die CO2-Ziele mĂŒssen an den tatsĂ€chlichen Ausbau der Lade- und Tankinfrastruktur gekoppelt werden. Ohne flĂ€chendeckende Versorgung sei die geforderte Quote fĂŒr die Hersteller kaum zu stemmen.

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