EU-Haushaltszoff: Vorsitz prÀsentiert neuen Vorschlag
Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 11:36 Uhr | dpa, AD HOC NEWSEin in BrĂŒssel prĂ€sentiertes Konzept der aktuellen irischen EU-RatsprĂ€sidentschaft sieht vor, den nĂ€chsten langfristigen EU-Haushalt gegenĂŒber dem ursprĂŒnglichen Vorschlag der EU-Kommission um rund 159 Milliarden Euro zu kĂŒrzen. Statt knapp 1,985 Billionen Euro soll der Finanzrahmen fĂŒr 2028 bis 2034 demnach 1,826 Billionen Euro umfassen. Beide Summen sind in laufenden Preisen gerechnet, berĂŒcksichtigen also die erwartete Inflation wĂ€hrend des siebenjĂ€hrigen Finanzzeitraums.
Besonders starke KĂŒrzungen sieht der Vorschlag in jenen Bereichen vor, mit denen die EU-Kommission kĂŒnftig eigentlich mehr Geld fĂŒr WettbewerbsfĂ€higkeit, Forschung, Verteidigung sowie AuĂen- und Entwicklungspolitik ausgeben wollte. Die traditionellen groĂen Haushaltsposten Agrar- und KohĂ€sionspolitik wĂŒrden dagegen weitgehend geschont. Mit der KohĂ€sionspolitik sollen wirtschaftliche und soziale Unterschiede zwischen den verschiedenen Regionen Europas verringert werden. Sie kommt vor allem Ă€rmeren EU-Staaten zugute.
Einigung bis Jahresende zweifelhaft
Eine Einigung ĂŒber den nĂ€chsten langfristigen EU-Haushaltsplan soll eigentlich bis Ende des Jahres erzielt werden. Ob das neue Konzept einen schnellen Durchbruch in den Verhandlungen ermöglicht, ist allerdings zweifelhaft. Deutschland und weitere wichtige NettozahlerlĂ€nder wie die Niederlande, Schweden und Ăsterreich hatten von der irischen RatsprĂ€sidentschaft eine KĂŒrzung des Haushaltsentwurfs um mehrere Hundert Milliarden Euro gefordert.
Ein EU-Diplomat kommentierte am Samstag, der irische Vorschlag sei eine EnttÀuschung und nicht einmal annÀhernd eine mögliche Einigungsgrundlage. Der vorgesehene starke Anstieg der Ausgaben sei unbezahlbar. Indem der Vorschlag politische PrioritÀten des 20. Jahrhunderts bevorzuge, versÀume er es, die EU auf das 21. Jahrhundert vorzubereiten. "Wir brauchen dringend mehr finanzielle RealitÀtsnÀhe und weniger finanzielles La-La-Land", sagte er.
Der EU-Haushalt wird ĂŒberwiegend aus einem Anteil des Bruttonationaleinkommens (BNE) der Mitgliedstaaten finanziert. Als gröĂte Volkswirtschaft der EU zahlt Deutschland dabei den mit Abstand gröĂten Beitrag.

