EU-KI-Gesetz: Transparenzpflicht für KI-Inhalte ab 2. August
Veröffentlicht am: 02.08.2026 um 00:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de
LinkedIn reagiert auf die Flut KI-generierter Beiträge. Nutzer können künftig Inhalte melden, die offensichtlich maschinell erstellt wurden. Zeitgleich verschärft die EU die Transparenzregeln für Künstliche Intelligenz.
Nutzer können „KI-Slop" markieren
Die neue Funktion erlaubt es Mitgliedern, Beiträge als mutmaßlichen „KI-Schrott" zu kennzeichnen. In der Auswahlmaske lässt sich künftig angeben, dass ein Post offensichtlich automatisiert wirkt. Die Maßnahme folgt auf Beobachtungen, wonach die Menge maschinell erzeugter Inhalte auf der Plattform deutlich gestiegen ist.
Untersuchungen der Pangram Labs untermauern diesen Eindruck. Demnach sind bereits 30 Prozent der kurzen Beiträge und rund 41 Prozent der längeren Texte auf LinkedIn KI-generiert. Das Unternehmen entfernt deshalb die Funktion „Enhance your post", die Beiträge automatisch optimierte. Ein neues Werkzeug soll sich auf reines Korrekturlesen beschränken, statt Texte eigenständig umzuformulieren.
EU-KI-Gesetz: Transparenzpflichten ab August
Die Maßnahmen fallen zeitlich mit dem EU-KI-Gesetz (AI Act) zusammen. Ab dem 2. August gelten europaweit verschärfte Regeln für Anbieter und Betreiber von KI-Systemen. Artikel 50 der Verordnung schreibt vor, dass bestimmte Anwendungen eindeutig gekennzeichnet werden müssen.
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Betroffen sind unter anderem die Interaktion mit Chatbots, die technische Markierung generativer Inhalte sowie Deepfakes. Auch KI-erzeugte Texte zu Themen von öffentlichem Interesse unterliegen der Kennzeichnungspflicht. In Österreich setzt das Bundeskanzleramt die Vorgaben bereits beim Chatbot „ida" um – als erstem behördlichen Modell mit entsprechender Kennzeichnung.
Sanktionen und offene Fragen
Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 15 Millionen Euro oder 3 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Doch Juristen und Branchenbeobachter kritisieren die praktische Umsetzung. Das Gesetz sieht Ausnahmen für Kunst, Satire und redaktionell geprüfte Texte vor – das erschwert die Durchsetzung. Zudem gelten die Aufsichtsbehörden in einigen Mitgliedstaaten als unzureichend vorbereitet.
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Ein Gutachten des Leibniz-Instituts für Medienforschung weist auf einen weiteren Effekt hin: Warnhinweise auf KI-generierten Bildern, etwa bei Beauty-Filtern, könnten die Aufmerksamkeit für unrealistische Schönheitsideale paradoxerweise erhöhen. Die Kennzeichnung von Inhalten bleibt damit eine zentrale Herausforderung – für Plattformen ebenso wie für Regulierungsbehörden.
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