Leyen, Georgien

Von der Leyen zu Georgien: TĂŒr zur EU bleibt offen

01.12.2024 - 18:58:09

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hĂ€lt Georgien trotz der Abkehr der dortigen Regierung vom Kurs in Richtung Europa die TĂŒr zur EuropĂ€ischen Union offen.

In einer Mitteilung auf der Plattform X bedauerte sie die Entscheidung der Regierung gegen die EU und ihre Werte. Doch die EU stehe an der Seite der Georgier und deren Entscheidung fĂŒr eine europĂ€ische Zukunft, schrieb sie mit Blick auf die tagelangen Massenproteste in der georgischen Hauptstadt Tiflis (Tbilissi) und anderen StĂ€dten des Landes gegen den prorussischen Kurs der Regierung.

"Die TĂŒr zur EU bleibt offen", betonte von der Leyen. "Die RĂŒckkehr Georgiens auf den Weg zur EU liegt in den HĂ€nden der georgischen FĂŒhrung."

Erneut Tausende Menschen im Stadtzentrum versammelt

In Tiflis versammelten sich unterdessen erneut Tausende von Menschen im Stadtzentrum, um ihre Proteste gegen den prorussischen Kurs fortzusetzen, wĂ€hrend sich erneut starke PolizeikrĂ€fte auf ihren Einsatz vorbereiteten. Dort war es zuvor in der dritten Nacht in Folge zu gewaltsamen ZusammenstĂ¶ĂŸen zwischen Polizei und regierungskritischen Demonstranten gekommen.

Nach Berichten georgischer Medien setzten die Beamten Wasserwerfer und TrÀnengas ein, die Demonstranten beschossen die Polizei mit Feuerwerkskörpern. Erst am Sonntagmorgen gelang es den Uniformierten, die Protestierenden vom ParlamentsgebÀude am Rustaweli-Prospekt abzudrÀngen.

Hintergrund der Proteste ist die von FĂ€lschungsvorwĂŒrfen ĂŒberschattete Parlamentswahl Ende Oktober. Die Wahlkommission hatte die Regierungspartei Georgischer Traum mit rund 54 Prozent der Stimmen zur Siegerin erklĂ€rt. Die Opposition erkannte die Ergebnisse nicht an und weigert sich, ihre Mandate anzunehmen.

Befeuert wurden die Proteste von Regierungschef Irakli Kobachidse, der am Donnerstag erklÀrt hatte, die Beitrittsverhandlungen mit der EU, der er Einmischung und Erpressung vorwarf, bis 2028 auf Eis zu legen. Die Mehrheit der Bevölkerung will Umfragen zufolge in die EU. Der Beitritt ist auch in der Verfassung als Ziel festgeschrieben.

@ dpa.de