Zollstreit mit USA: Von der Leyen dÀmpft Erwartungen an Deal
03.07.2025 - 16:15:33Worauf man derzeit abziele, sei eine Grundsatzeinigung, sagte die deutsche Spitzenpolitikerin auf einer Pressekonferenz zum Start der dÀnischen EU-RatsprÀsidentschaft in Aarhus. Bei dem Handelsvolumen, um das es gehe, sei in 90 Tagen ein detailliertes Abkommen unmöglich.
Von der Leyen spielte damit darauf an, dass US-PrĂ€sident Donald Trump zuletzt eine rund dreimonatige Verhandlungsfrist bis zum 9. Juli gesetzt hatte. Er will dann weitere Zölle auf Einfuhren aus der EU in Kraft treten lassen, sollte die EU den USA in Handelsfragen nicht entgegenkommen. Trump begrĂŒndet seine Zollpolitik vor allem damit, dass er angebliche Handelsungleichgewichte korrigieren und Produktionen ins Heimatland verlagern will.
EU hÀlt sich Optionen offen
Zum aktuellen Verhandlungsstand sagte von der Leyen bei der Pressekonferenz, man peile weiter eine Einigung bis zum 9. Juli an. Die EU sei bereit fĂŒr ein Abkommen, bereite sich aber gleichzeitig auch auf die Möglichkeit vor, dass kein zufriedenstellendes Abkommen erzielt werde. Sie verwies dabei auf die geplanten Gegenzölle im Fall eines Scheiterns der GesprĂ€che. "Alle Instrumente liegen auf dem Tisch", betonte sie.
FĂŒr diesen Donnerstag waren nach EU-Angaben mehrere GesprĂ€che zum Zollstreit in Washington geplant. EU-Handelskommissar Maros Sefcovic wollte dabei zunĂ€chst Finanzminister Scott Bessent und dann spĂ€ter Handelsminister Howard Lutnick sowie den US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer treffen.
Ein möglicher Deal könnte nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus EU-Kreisen umfassen, dass die USA einen bereits eingefĂŒhrten neuen Basiszoll grundsĂ€tzlich aufrechterhalten können. Es mĂŒssten dann aber Sonderregeln fĂŒr einzelne Branchen wie die Autoindustrie sowie die Pharma-, Chemie- und Stahl- und Aluminiumindustrie vereinbart werden.
Auf den Import von Autos und Autoteilen hat Trump besonders hohe Extrazölle in Höhe von 25 Prozent einfĂŒhren lassen, auf Stahl- und Aluminium sogar in Höhe von 50 Prozent.

