Leyen, Zoll-Deal

Von der Leyen verteidigt Zoll-Deal mit den USA

24.08.2025 - 16:05:02

EU-KommissionsprÀsidentin Ursula von der Leyen verteidigt den Zoll-Kompromiss mit US-PrÀsident Donald Trump.

Die Vereinbarung stehe fĂŒr eine "bewusste Entscheidung - StabilitĂ€t und Berechenbarkeit statt Eskalation und Konfrontation", schreibt die EU-KommissionsprĂ€sidentin in einem Gastbeitrag fĂŒr die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Montag). "Stellen Sie sich nur einmal vor, die beiden grĂ¶ĂŸten WirtschaftsmĂ€chte der demokratischen Welt hĂ€tten sich nicht geeinigt und einen Handelskrieg begonnen - gefeiert worden wĂ€re das einzig und allein in Moskau und Peking", betont von der Leyen nach Angaben des Blattes.

Mit Blick auf die vereinbarten US-Zölle von maximal 15 Prozent schreibt von der Leyen, man habe sich auf einen starken, wenn auch nicht perfekten Deal geeinigt. "Mit Vergeltungszöllen unsererseits wĂŒrden wir Gefahr laufen, einen teuren Handelskrieg mit negativen Folgen fĂŒr unsere BeschĂ€ftigten, Verbraucher und unsere Industrie zu befeuern."

Ohne Deal hÀtte Handelskrieg gedroht

Die EU-Kommission wurde wegen ihrer VerhandlungsfĂŒhrung kritisiert. Die USA haben bessere Konditionen durchgesetzt als sie fĂŒr europĂ€ische Unternehmen gelten. Die EU hatte den Deal aber akzeptiert, weil ohne Einigung ab dem 1. August US-Zölle in Höhe von 30 Prozent sowie ein echter Handelskrieg gedroht hĂ€tten. Hinzu kam die Sorge, Trump könne im Fall eines verschĂ€rften Konflikts neue Drohkulissen aufbauen.

Trump und von der Leyen hatten den Deal Ende Juli in Schottland nur mĂŒndlich vereinbart. KĂŒrzlich folgte ein Rahmenabkommen zur Umsetzung des Handelsdeals. Demnach soll der US-Zoll von 15 Prozent fĂŒr die meisten europĂ€ischen Produkte gelten. Auch die europĂ€ischen Autobauer können mit einem US-Zoll von 15 Prozent kalkulieren statt der noch geltenden 27,5 Prozent. Vor dem Amtsantritt von Trump hatte der Zollsatz aber bei 2,5 Prozent gelegen. Zölle auf US-IndustriegĂŒter dagegen sollen vollstĂ€ndig abgeschafft werden, und Barrieren fĂŒr den Import von bestimmten Lebensmitteln sollen fallen.

Die EU sichert Trump zudem zu, bis zum Ende von dessen Amtszeit US-Energie im Wert von 750 Milliarden Dollar zu kaufen. ZusĂ€tzlich verspricht die EU Trump, in den kommenden Jahren weitere 600 Milliarden US-Dollar in den USA zu investieren. Rechtsverbindlich ist die gemeinsame ErklĂ€rung nicht. Die EU muss befĂŒrchten, dass Trump wieder einseitig Zölle erhöht, wenn Verabredungen nicht umgesetzt werden. Auf den EU-Vorschlag, gegenseitig vollstĂ€ndig auf Zölle auf IndustriegĂŒtern zu verzichten, gingen die USA nicht ein.

Von der Leyen: StÀrkere Diversifizierung der Handelsbeziehungen

Die EU-KommissionsprĂ€sidentin kĂŒndigte in der Zeitung eine stĂ€rkere Diversifizierung der europĂ€ischen Handelsbeziehungen an. "Deshalb haben wir in den vergangenen Monaten Handelsvereinbarungen mit Mexiko und dem Mercosur geschlossen und unsere Beziehungen zur Schweiz und zum Vereinigten Königreich vertieft. Deshalb haben wir unsere GesprĂ€che mit Indonesien abgeschlossen und wollen bis zum Jahresende zu einer Einigung mit Indien kommen."

@ dpa.de