EU-Methanverordnung, Staaten

EU-Methanverordnung: Zwölf Staaten fordern Aufschub um drei Jahre

27.06.2026 - 00:24:07 | boerse-global.de

Widerstand gegen EU-CO2-Grenzausgleich wächst: Bauern, Spanien und zwölf Mitgliedstaaten fordern Nachbesserungen oder Aufschub.

EU-CO2-Grenzausgleich: Bauern und Politiker fordern Stopp
EU-Methanverordnung - Düngemittelpellets in der Hand eines Landwirts, mit verschwommenem Hintergrund, der die EU-Flagge und Industrieschornsteine zeigt. 27.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Landwirte, Politiker und Industrievertreter fordern Nachbesserungen oder gar eine Aussetzung des umstrittenen Mechanismus.

Bauern fordern Zoll-Stopp für Dünger

Die Landwirtschaftskammer Oberösterreich verlangt von Bundesminister eine klare Position in Brüssel. In einer Resolution vom 25. Juni 2026 fordert sie die Aussetzung des CBAM für Düngemittel. Zudem soll die Zollaussetzung für Stickstoffdünger aus Drittstaaten über 2026 hinaus verlängert werden.

National drängt die Kammer auf eine höhere Biodieselbeimischung: mindestens zehn Prozent Quote plus Einführung von E20-Kraftstoffen. Ziel: weniger Abhängigkeit von fossilen Importen.

Spanien schaltet sich ein

Auch in Südeuropa wächst der Widerstand. In Spanien attackiert die konservative Volkspartei PP die Regierung. Die zuständige Sprecherin wirft ihr vor, die Interessen des ländlichen Raums in Brüssel zu vernachlässigen.

Anzeige

Während politisch über Ausnahmen gestritten wird, müssen Importeure die aktuellen CBAM-Berichtspflichten bereits jetzt rechtssicher erfüllen. Dieser kostenlose Report klärt auf, ob Ihre Waren der Meldepflicht unterliegen und wie Sie Bußgelder vermeiden. Jetzt kostenlosen CBAM-Leitfaden sichern

Parallel dazu eskalierte am 26. Juni 2026 der Streit um die EU-Methanverordnung. Zwölf Mitgliedstaaten, angeführt von Tschechien und der Slowakei, fordern einen Aufschub der Importverpflichtungen um drei Jahre. Grund: Die Regeln seien derzeit nicht umsetzbar. EU-Kommissar Dan Jorgensen verteidigt die Verordnung gegen alle Angriffe.

Kommission machte bereits Zugeständnisse

Die EU-Kommission hatte im März 2026 den CBAM für Düngemittel zwar bestätigt, gleichzeitig aber die Einfuhrzölle gesenkt. Yara International zeigte sich erleichtert – warnte aber vor verbleibender Unsicherheit.

Die Kosten sind real: Im ersten Quartal 2026 lag der CBAM-Preis bei 75,36 Euro pro Tonne CO2. Wer nur Standardwerte statt präziser Emissionsdaten liefert, zahlt drauf. Im Stahlsektor betrug die Differenz fast 88 Euro pro Tonne.

Anzeige

Hohe CO2-Preise und komplexe Berechnungen machen den Grenzausgleich für viele Unternehmen zum finanziellen Risiko. Mit dieser Gratis-Checkliste führen Sie die nötigen Schritte zur rechtssicheren Umsetzung der Verordnung ohne teure Berater durch. Kostenlose CBAM-Checkliste hier herunterladen

Lieferketten unter Druck

Geopolitische Risiken verschärfen die Lage. Analysten warnen vor El-Niño-Effekten und möglichen Blockaden an der Straße von Hormus. Bis zu 50 Prozent der weltweiten Harnstoffexporte könnten betroffen sein. In einzelnen Märkten stiegen die Preise bereits um 50 Prozent.

Und es kommt noch dicker: Ab August 2026 gelten neue Regeln für Transportverpackungen. Der EU Circular Economy Act wird für das zweite Halbjahr erwartet. Für die chemische und Agrarindustrie wird die vollständige CBAM-Pflicht ab 2026 zum Kalkulationsrisiko.

de | wirtschaft | 69636153 |