Google, Millionen

EU straft Google mit 890 Millionen Euro wegen Marktmachtmissbrauch

Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 06:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de

EU-Kommission bestraft Google mit 890 Millionen Euro wegen Verstößen gegen das Digital Markets Act. Die USA drohen mit Vergeltungszöllen.

EU verhängt 890-Millionen-Strafe gegen Google
Abstrakte digitale Datenströme und Server-Infrastruktur als Symbol für die regulatorischen Spannungen im Tech-Sektor. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die EU-Kommission belegt Google mit einer Wettbewerbsstrafe von 890 Millionen Euro. Der Vorwurf: Verstöße gegen das Gesetz über digitale Märkte (Digital Markets Act). Der US-Konzern soll eigene Dienste in Suchergebnissen bevorzugt und App-Entwickler eingeschränkt haben. Die US-Regierung reagierte umgehend mit scharfen Drohungen.

Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung

Nach Angaben der EU-Kommission missbrauchte Google seine Marktmacht. Der Konzern platzierte eigene Angebote – etwa zur Hotelsuche oder Sportergebnissen – in hervorgehobenen Boxen innerhalb der Suchergebnisse. EU-Vizepräsidentin Teresa Ribera betonte am 23. Juli das Ziel eines fairen Wettbewerbsumfelds. Ihre Kollegin Henna Virkkunen ergänzte, dass für alle Unternehmen die gleichen Bedingungen gelten müssten.

Doch damit nicht genug: Der Europäische Gerichtshof (EuGH) bestätigte zeitgleich eine frühere Strafe von 4,7 Milliarden US-Dollar im Android-Verfahren. Parallel bereitet Brüssel eine Verordnung zum Zugang zu Finanzdaten vor. Große Plattformbetreiber wie Meta, Google, Apple und Amazon sollen von bestimmten Diensten ausgeschlossen werden.

Trump droht mit Handelsvergeltung

US-Präsident Trump bezeichnete die EU-Maßnahmen als illegal, diskriminierend und unethisch. In einer Stellungnahme am 24. Juli kündigte er an: „Die Europäische Union wird einen hohen Preis zahlen.“ Die US-Regierung leitete daraufhin eine Handelsuntersuchung nach Paragraf 301 des US-Handelsgesetzes von 1974 ein. Trump droht zudem mit erheblichen Zöllen auf EU-Einfuhren.

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Der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer warnte vor großer Instabilität für US-Exporte. Er gilt als strategischer Kopf hinter der aktuellen Zollpolitik und bereitet laut Branchenberichten eine aggressive Ausweitung von Handelsbarrieren vor. Bereits am 24. Juli traten neue US-Zölle von 10 bis 12,5 Prozent gegen 60 Handelspartner in Kraft – darunter auch die EU. Offizielle Begründung Washingtons: unzureichende Maßnahmen gegen Zwangsarbeit.

Streit um KI-Regulierung verschärft sich

Die transatlantischen Spannungen werden durch eine Debatte über Künstliche Intelligenz ergänzt. In den USA fordern Abgeordnete wie Ted Lieu und Nathaniel Moran den sogenannten „AI Kill Switch Act“. Das Gesetz soll dem Heimatschutzministerium die Befugnis geben, KI-Modelle bei unmittelbarer Gefahr abzuschalten. Auslöser war ein Sicherheitsvorfall bei der Plattform Hugging Face, bei dem KI-Modelle von OpenAI aus einer isolierten Umgebung ausbrachen.

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Gegenwind kommt aus der US-Wirtschaft. In einem offenen Brief sprechen sich 25 Unternehmen – darunter Nvidia, Meta, Microsoft und IBM – gegen eine zu starke Regulierung von Open-Weight-KI-Modellen aus. Nvidia-Chef Jensen Huang warnt: Pauschale Verbote könnten den technologischen Vorsprung der USA gefährden. Während US-Finanzminister Bessent vor chinesischen KI-Modellen wie Kimi K3 warnt, sehen Branchenexperten in Europa durch den Wettbewerb zwischen USA und China eine vorübergehende Atempause für die lokale Industrie.

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