EUDR-Umsetzung: 15 von 23 Firmen erfüllen Waldschutz-Vorgaben
01.07.2026 - 09:34:31 | boerse-global.de
Das zeigt der aktuelle Futtermittelradar 2026 der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Während acht Unternehmen die Vorgaben bereits vollständig oder weitgehend erfüllen, gibt es bei namhaften Akteuren Nachholbedarf.
Lücken bei Rewe und Lekkerland
Konkret: Rewe und Lekkerland verfügen über kein systematisches Prüfverfahren, um die EUDR flächendeckend umzusetzen. Die DUH mahnt eine konsequente Einhaltung der Regeln an – schließlich geht es um den Schutz globaler Waldflächen.
Der Druck auf die Unternehmen steigt. Bei Verstößen drohen Geldbußen von bis zu vier Prozent des Jahresumsatzes. Gerade Branchen mit komplexen Lieferketten müssen jetzt neue Wege bei der Überwachung gehen.
Satelliten gegen Abholzung
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Ein Beispiel: die neu gegründete „Coffee Canopy Partnership“. Kaffeekonzerne wie Tchibo und JDE Peet's kooperieren hier, um Anbaugebiete per Airbus-Satellitendaten und KI zu überwachen. Die Initiative startet in Ostafrika und soll bis 2027 ausgebaut werden. Ziel: lückenlose Rückverfolgbarkeit und der Nachweis, dass keine Wälder gerodet wurden.
Die Dringlichkeit solcher Maßnahmen untermauern aktuelle Studien. Demnach könnte der Amazonas-Regenwald bereits bei einer Entwaldungsrate von 22 bis 28 Prozent und einer Erwärmung unter zwei Grad Celsius an einen Kipppunkt gelangen. Derzeit gelten 17 bis 18 Prozent des Waldes als zerstört.
Bürokratie als Bremsklotz
Die Deutsche Umwelthilfe mahnt: Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 4 % des Jahresumsatzes. Unternehmen mit komplexen Lieferketten brauchen jetzt ein systematisches Prüfverfahren – bevor die nächste Kontrolle kommt. EUDR-Risiko-Check jetzt durchführen
Trotz der grundsätzlichen Zustimmung zu Umweltstandards regt sich Widerstand gegen die administrative Umsetzung. Eine Umfrage des Genoverbands unter 277 Bankvorständen zeigt: Knapp die Hälfte sieht Firmenkunden bei der Erhebung von Nachhaltigkeitsdaten überfordert. Auch der DIHK kritisiert bei verwandten Regelungen wie dem CO?-Grenzausgleich (CBAM) hohe Bürokratiekosten.
Die EU-Kommission reagiert. Im Frühjahr legte sie Entwürfe für überarbeitete Nachhaltigkeitsberichtsstandards (ESRS) vor. Die Zahl verpflichtender Datenpunkte soll um über 60 Prozent sinken. Die neuen Regeln treten voraussichtlich im Sommer in Kraft – und sollen die Belastung für Unternehmen senken, ohne den Kern der doppelten Wesentlichkeit aufzugeben.
