Lagarde wirbt fĂŒr europĂ€ische Börsenaufsicht
17.11.2023 - 10:55:10Die Fragmentierung des europĂ€ischen Kapitalmarkts könnte nach Ansicht von EZB-PrĂ€sidentin Christine Lagarde auch mit Hilfe einer gemeinsamen Börsenaufsicht ĂŒberwunden werden. WĂ€hrend der starke Kapitalmarkt in den USA seit Jahrzehnten von der einheitlichen Aufsicht der SEC profitiere, finde die direkte Kontrolle in Europa weitgehend auf nationaler Ebene statt, sagte Lagarde am Freitag bei einem Bankenkongress in Frankfurt. Das fĂŒhre zu einer Zersplitterung bei der Anwendung von EU-Vorschriften.
«Die Schaffung einer europĂ€ischen Börsenaufsichtsbehörde, zum Beispiel durch Ausweitung der Befugnisse der ESMA, könnte die Lösung sein», sagte Lagarde mit Blick auf die EuropĂ€ische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA). Dazu brĂ€uchte die ESMA Lagardes Ansicht nach «ein breitgefĂ€chertes Mandat, das auch eine direkte Beaufsichtigung umfasst, um systemische Risiken zu mindern», wie sie etwa von groĂen grenzĂŒberschreitenden Unternehmen ausgehen.
Die Euro-WĂ€hrungshĂŒter der EuropĂ€ischen Zentralbank (EZB) dringen seit Langem auf Fortschritte bei der Vereinheitlichung von Finanz- und KapitalmĂ€rkten in Europa, einschlieĂlich der Weiterentwicklung der Kapitalmarktunion. Bei dieser geht es im Kern darum, bĂŒrokratische HĂŒrden zwischen den einzelnen Staaten der EuropĂ€ischen Union abzubauen, um Unternehmen mehr Möglichkeiten zu geben, sich Geld zu beschaffen. Seit 2015 liegen PlĂ€ne der EU-Kommission dafĂŒr auf dem Tisch.
«Trotz zweier AktionsplĂ€ne der EuropĂ€ischen Kommission bleibt der europĂ€ische Kapitalmarkt fragmentiert», stellte Lagarde fest. FĂŒr den grĂŒnen Umbau der Wirtschaft sind jedoch gewaltige Summen Kapital notwendig - auch von privaten Investoren. «Wir werden diese ĂbergĂ€nge nicht schaffen, wenn wir die Kapitalmarktunion nicht wieder auf Kurs bringen», sagte Lagarde. Die EuropĂ€er mĂŒssten auf ihrem «guten Willen aufbauen und weitergehen, denn sonst riskieren wir, dass Europa nicht in der Lage ist, die anstehenden Herausforderungen zu bewĂ€ltigen», mahnte die EZB-PrĂ€sidentin.


