Leyen, Zeit

Von der Leyen: Die Zeit der Illusionen ist vorbei

11.03.2025 - 10:50:28

Europa kann sich nach EinschÀtzung von EU-KommissionsprÀsidentin Ursula von der Leyen nicht mehr auf den vollen Schutz der USA verlassen.

"Die europĂ€ische Sicherheitsordnung wird gerade erschĂŒttert, und so viele unserer Illusionen lösen sich in Luft auf", sagte sie im Europaparlament Straßburg. Europa sei nun aufgerufen, mehr Verantwortung fĂŒr seine eigene Verteidigung zu ĂŒbernehmen.

Zugleich warnte von der Leyen eindringlich vor Gefahren durch Russland. "Frieden in unserer Union ist nicht mehr selbstverstÀndlich", sagte sie. Putin habe immer wieder unter Beweis gestellt, dass er feindselig sei. "Man kann ihm nicht trauen, man kann ihn nur abschrecken."

Von der Leyen: Europa muss zulegen

Von der Leyen verwies darauf, dass Russland mehr fĂŒr RĂŒstung ausgebe als Europa. In den Reihen westlicher Nationen hĂ€ufen sich Warnungen vor der schnellen AufrĂŒstung Russlands mit der möglichen Absicht, einen Angriff auf Nato-Staaten vorzubereiten.

"In dieser zunehmend gefĂ€hrlichen Zeit muss Europa zulegen", sagte von der Leyen. Sie warb vor den Abgeordneten fĂŒr einen von ihrer Kommission vorgeschlagenen AufrĂŒstungsplan. Er sieht unter anderem Ausnahmeregelungen fĂŒr die EU-Staaten vor, damit sie mehr Schulden fĂŒr AufrĂŒstung machen können. Insgesamt soll - zusĂ€tzlich zu bestehenden Verteidigungsausgaben - ein dreistelliger Milliardenbetrag ĂŒber die kommenden Jahre zusammenkommen.

Der Vorsitzende der grĂ¶ĂŸten Fraktion im Europaparlament, Manfred Weber (CSU), bemĂ€ngelte, dass der Ansatz nicht europĂ€isch genug sei. Unter anderem sagte er, er wĂŒrde gerne Teile der Truppen von EU-Staaten mit europĂ€ischen Flaggen an der Uniform sehen. "Das ist in den PlĂ€nen vom vergangenen Donnerstag noch nicht vorgesehen", so Weber.

@ dpa.de