Pistorius: US-Fokus verlagert sich unabhÀngig von Wahl auf Indopazifik
23.10.2024 - 16:30:51Das sagte der SPD-Politiker bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem britischen Amtskollegen John Healey in London.
Der Fokus der USA verlagere sich auf den Indopazifik-Raum, also in Richtung Asien - unabhÀngig davon, wer die US-PrÀsidentschaftswahl gewinne, sagte Pistorius. Er reagierte damit auf die Frage eines Journalisten, ob eine gerade unterzeichnete Verteidigungsvereinbarung zwischen Berlin und London die Sorge vor einer zweiten Amtszeit Donald Trumps als US-PrÀsident widerspiegele.
Pistorius betonte die Bedeutung der Nato fĂŒr die Sicherheit Europas. Darauf verlasse man sich auch weiterhin. Die Frage sei, ob die USA kĂŒnftig viel weniger zur europĂ€ischen Sicherheit beitrĂŒgen, oder nur etwas weniger, sagte Pistorius. Die europĂ€ische SĂ€ule mĂŒsse aber in jedem Fall gestĂ€rkt werden.
"Frage der politischen Klugheit"
Pistorius und Healey hatten zuvor eine gemeinsame Verteidigungsvereinbarung zwischen Deutschland und GroĂbritannien unterzeichnet. Zu der Vereinbarung gehört etwa, dass deutsche AufklĂ€rungsflugzeuge, die U-Boote aufspĂŒren sollen, kĂŒnftig in Schottland stationiert werden. Zudem sollen die an der Nato-Ostflanke stationierten Truppen beider LĂ€nder kĂŒnftig eng kooperieren. Auch im Bereich der RĂŒstungsindustrie wollen Berlin und London zusammenarbeiten, so will der deutsche Konzern Rheinmetall in GroĂbritannien eine Fabrik fĂŒr Artillerierohre bauen.
Der Historiker und Politikwissenschaftler Ulrich Schlie, der an den UniversitĂ€ten Bonn und St. Andrews lehrt, bezeichnete die Vertiefung der deutsch-britischen Beziehungen als "Frage der politischen Klugheit, ganz unabhĂ€ngig davon, ob Trump an die Macht zurĂŒckkommt". Das gelte nicht nur fĂŒr Verteidigung, sondern auch fĂŒr andere Politikfelder, sagte Schlie im GesprĂ€ch mit der Deutschen Presse-Agentur.

