Bezahlen, Echtzeit

Bezahlen in Echtzeit: ING fĂŒhrt Paypal-Konkurrent Wero ein

13.08.2025 - 05:00:43

Europa will auch beim Bezahlen unabhĂ€ngiger von den USA werden. Wero soll als Alternative zu Paypal und Co. aufgebaut werden. Nun bietet eine weitere große Bank das Zahlverfahren an.

  • EuropĂ€er wollen Paypal und Co. Paroli bieten. (Symbolbild) - Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

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  • Wero will sich als europĂ€ische Alternative zu Paypal und Co. etablieren (Symbolbild) - Foto: Sebastian Kahnert/dpa

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  • Europas grĂ¶ĂŸte Direktbank hat mehr als zehn Millionen Kundinnen und Kunden in Deutschland.  - Foto: Arne Dedert/dpa

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EuropĂ€er wollen Paypal und Co. Paroli bieten. (Symbolbild) - Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpaWero will sich als europĂ€ische Alternative zu Paypal und Co. etablieren (Symbolbild) - Foto: Sebastian Kahnert/dpaEuropas grĂ¶ĂŸte Direktbank hat mehr als zehn Millionen Kundinnen und Kunden in Deutschland.  - Foto: Arne Dedert/dpa

Der noch junge europĂ€ische Paypal-Konkurrent Wero bekommt weitere UnterstĂŒtzung: Europas grĂ¶ĂŸte Direktbank ING will den Bezahldienst noch im August ihren zehn Millionen Kundinnen und Kunden in Deutschland anbieten. «Wir werden im August Wero live stellen», kĂŒndigte ING-Deutschland-Chef Lars Stoy im GesprĂ€ch mit der Deutschen Presse-Agentur in Frankfurt an. «Wir sind eine der ersten deutschen Banken, die das voll in die eigene Banking-App integrieren wird. Das ist auch ein Feature, was der ING-Gruppe in Summe wichtig ist.»

Geldtransfer binnen Sekunden

Wer Wero nutzt, braucht im Unterschied zu einer herkömmlichen Überweisung nicht die Kontonummer des EmpfĂ€ngers, sondern kann Geld in Echtzeit an eine Handynummer oder E-Mail-Adresse senden. Die European Payments Initiative (EPI), ein Zusammenschluss europĂ€ischer Banken und Zahlungsdienstleister, will eine europĂ€ische Bezahlalternative zur US-Konkurrenz aus Paypal, Mastercard, Visa und Co. aufbauen.

Seit Anfang Juli 2024 ist EPI mit Wero am Start. Nutzen konnte dieses Angebot fĂŒr das Bezahlen von Handy zu Handy hierzulande zunĂ€chst nur die Kundschaft von Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken ĂŒber die Apps ihrer jeweiligen Institute. Inzwischen gibt es eine eigenstĂ€ndige Wero-App, die zum Beispiel bei der Postbank seit Ende November verfĂŒgbar ist. 

«AbhÀngigkeit von anderen Bezahlverfahren verringern»

Außer in Deutschland ist Wero bereits in Frankreich und Belgien verfĂŒgbar, fĂŒr Österreich laufen derzeit GesprĂ€che. Insgesamt zĂ€hlt EPI in den bisherigen TeilnehmerlĂ€ndern nach jĂŒngsten Angaben 42,5 Millionen registrierte Nutzerinnen und Nutzer. Zum Vergleich: Paypal kommt nach eigenen Angaben alleine in Deutschland auf 35 Millionen aktive Kundenkonten.

«Wir tun als EuropĂ€er gut daran, an eigenen Bezahlsystemen zu arbeiten, um auch hier autark zu werden und die AbhĂ€ngigkeit von anderen Bezahlverfahren zu verringern», sagte ING-Deutschland-Chef Stoy. «Wir werden als ING-Gruppe mit rund 40 Millionen Kunden schwerpunktmĂ€ĂŸig in Europa alles tun, dass Wero ein Erfolg wird.»

Viele können mit Wero bislang nichts anfangen

Eine aktuelle Umfrage im Auftrag des Vergleichsportals Verivox gibt einen Eindruck, wie schwer es fĂŒr Wero werden könnte, Verbraucherinnen und Verbraucher zu ĂŒberzeugen. Zwar ist der neue Bezahldienst ein Jahr nach seinem Start bekannter als bei der vorherigen Umfrage Ende Oktober. Doch fast 70 Prozent der 1.031 Befragten in Deutschland haben nach wie vor von Wero entweder noch nie gehört oder wissen nicht, worum es sich dabei handelt. 

Eine Mehrheit von gut 55 Prozent glaubt zudem nicht daran, dass es den europÀischen Banken gelingen wird, mit Wero etablierten US-Zahlungsanbietern ernsthaft Konkurrenz zu machen. Immerhin ist die Gruppe der Zweifler kleiner geworden: In der Verivox-Umfrage im Oktober waren es noch rund 61 Prozent.

Weitere Einsatzfelder fĂŒr Wero

Der Erfolg von Wero werde auch davon abhĂ€ngen, ob es gelingt, «mit der geplanten EinfĂŒhrung weiterer Bezahlfunktionen fĂŒr die Masse der Konsumenten einen echten Mehrwert gegenĂŒber mĂ€chtigen Konkurrenten wie Paypal und Co. zu schaffen», meint Verivox-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Oliver Maier. «Die ErgĂ€nzung einer Bezahlmöglichkeit fĂŒr Online-EinkĂ€ufe dĂŒrfte zur ersten richtungsweisenden Nagelprobe werden.»

Nach bisheriger Planung sollen Online-Zahlungen mit Wero 2025 möglich werden, ab 2026 soll man mit Wero auch im Einzelhandel bezahlen können. KĂŒnftig sollen weitere Funktionen hinzukommen wie zum Beispiel Ratenzahlungen, die Integration von Treueprogrammen von HĂ€ndlern und die Verwaltung von wiederkehrenden Zahlungen.

@ dpa.de