Ăkonom erwartet steigenden Konkurrenzdruck durch chinesische Firmen
30.01.2024 - 14:13:25Einen Grund sieht Zenglein in der der mit der chinesischen Immobilienkrise einhergehenden SchwÀche der dortigen Inlandskonjunktur.
"Als Teil der strategischen Anpassung des chinesischen Wirtschaftsmodells investieren chinesische Unternehmen massiv in Technologie und den Ausbau von ProduktionskapazitĂ€ten", sagte der Chefökonom des Berliner Mercator-Instituts fĂŒr Chinastudien auf Anfrage. "Die schwĂ€chelnde Nachfrage in China wird zu noch mehr ĂberkapazitĂ€ten und damit einhergehend zu mehr Konkurrenz durch chinesische Unternehmen auf den internationalen MĂ€rkten fĂŒhren."
Der Hintergrund: Ein Hongkonger Gericht hat die Abwicklung des mit ĂŒber 300 Milliarden Dollar ĂŒberschuldeten Immobilienkonzerns Evergrande KYG2119W1069angeordnet. Die direkten Folgen auf die Weltwirtschaft werden nach Zengleins EinschĂ€tzung keine allzu groĂen sein. "In erster Linie betrifft der Fall chinesische Anleger, Unternehmen und Haushalte. Daher werden sich die direkten internationalen Auswirkungen in Grenzen halten."
Die Probleme im chinesischen Immobiliensektor sind nach Zengleins EinschĂ€tzung mit dem Ende von Evergrande noch lange nicht ausgestanden. "Neben den unmittelbaren Folgen fĂŒr die BautĂ€tigkeit und das Finanzsystem fĂŒhrt es zu Verunsicherung in der Gesellschaft, wodurch die Kaufkraft der privaten Haushalte zurĂŒckgeht." Erst wenn sich die Lage des Immobiliensektors stabilisiere, werde die Wirtschaft wieder FuĂ fassen können.
"Die wirtschaftliche SchwĂ€che wird sich 2024 zunĂ€chst fortsetzen, da gilt es die Erwartungen anzupassen", sagte Zenglein. "Die eigentlichen Herausforderungen fĂŒr Europa liegen woanders."

