Euroraum-Inflation steigt im September auf 3,8 Prozent
Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 11:01 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDie Inflationsrate im Euroraum hat im September 2026 voraussichtlich bei 3,8 Prozent gelegen. Das teilte die EU-Statistikbehörde Eurostat am Freitag mit.
Teuerung bleibt deutlich über dem EZB-Ziel
Mit 3,8 Prozent liegt die jährliche Preissteigerung klar über dem mittelfristigen Ziel der Europäischen Zentralbank von zwei Prozent. Die Angabe bezieht sich auf die Entwicklung der Verbraucherpreise im gemeinsamen Währungsraum gegenüber dem Vorjahresmonat.
Weitere Details angekündigt
Eurostat will in Kürze weitere Einzelheiten veröffentlichen. Dazu gehören üblicherweise Angaben zur Entwicklung wichtiger Güter- und Dienstleistungskategorien sowie zur sogenannten Kerninflation, bei der besonders volatile Bestandteile wie Energie und bestimmte Lebensmittel herausgerechnet werden.
Die dts Nachrichtenagentur kündigte ebenfalls weitere Details an.
Mit 3,8 Prozent läge die Teuerung im Euroraum im September deutlich über dem mittelfristigen Ziel der Europäischen Zentralbank von zwei Prozent. Für Verbraucher bedeutet das, dass Waren und Dienstleistungen im Durchschnitt weiterhin spürbar stärker steigen als im von der EZB angestrebten Preisstabilitätsbereich.
Die Entwicklung steht im Zusammenhang mit dem erneuten Preisanstieg in Deutschland. Dort erhöhten sich die Verbraucherpreise im September nach vorläufigen Angaben um 3,3 Prozent nach 2,9 Prozent im August. Besonders stark verteuerte sich Energie: Die Preise lagen 14,9 Prozent über dem Vorjahresmonat.
Folgen für Geldpolitik und Haushalte
Eine anhaltend hohe Inflation erschwert der EZB die Entscheidung über weitere Zinsschritte. Höhere Leitzinsen können den Preisdruck dämpfen, verteuern aber zugleich Kredite für Unternehmen und private Haushalte. Für Sparer können steigende Zinsen attraktiver sein, sofern sie die Preissteigerung übertreffen.
Die Euroraum-Rate ist ein Durchschnittswert und verdeckt Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten. Energiepreise können die Gesamtinflation kurzfristig stark beeinflussen; für die weitere geldpolitische Bewertung sind deshalb auch Dienstleistungen, Löhne und die um volatile Komponenten bereinigte Kerninflation entscheidend. Die vollständige Eurostat-Veröffentlichung soll zusätzliche Angaben zu diesen Bestandteilen liefern.
