ROUNDUPMilliarden-Zoff, EU-Etat

Weber stellt sich gegen Merz

Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 13:40 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
EVP-Chef Manfred Weber (CSU) und die anderen Fraktionsvorsitzenden der Parteien der Mitte im Europaparlament lehnen einen neuen Kompromissvorschlag im Ringen um den neuen langfristigen EU-Haushalt vehement ab - wegen zu großer KĂŒrzungen.

"Wir möchten unsere Ă€ußerste BestĂŒrzung ĂŒber die ĂŒberarbeitete Fassung des Verhandlungsrahmens zum Ausdruck bringen", schreiben die Chefs der konservativen EVP, der sozialdemokratischen S&D, der liberalen Renew und der GrĂŒnen in einem gemeinsamen Statement.

Weber geht damit auf Konfrontationskurs zu Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), der den neuen Vorschlag ebenso als inakzeptabel zurĂŒckweist - allerdings wegen zu geringer KĂŒrzungen am ersten Vorschlag der EU-Kommission unter der Leitung von Ursula von der Leyen. Dieser hatte vorgesehen, das Budget fĂŒr den nĂ€chsten Siebenjahreszeitraum im Vergleich zum laufenden Etat deutlich aufzustocken.

Parlamentarier: "Vorschlag keine Grundlage fĂŒr Zustimmung"

In dem Ringen um das nĂ€chste langfristige EU-Budget hatte die derzeitige irische EU-RatsprĂ€sidentschaft am Samstag einen neuen Kompromiss prĂ€sentiert. Das Konzept sieht vor, das Budget fĂŒr die Jahre 2028 bis 2034 im Vergleich zum ursprĂŒnglichen Vorschlag der EU-Kommission um rund 159 Milliarden Euro zu kĂŒrzen. Statt knapp 1,985 Billionen Euro soll der sogenannte MehrjĂ€hrige Finanzrahmen demnach 1,826 Billionen Euro umfassen.

Man bedauere die von der irischen RatsprĂ€sidentschaft vorgeschlagene erhebliche KĂŒrzung des langfristigen EU-Haushalts, heißt es weiter. Sie gefĂ€hrde "die FĂ€higkeit der Union, dauerhaft auf die bevorstehenden Herausforderungen zu reagieren und Europas Rolle in einer zunehmend turbulenten Welt zu behaupten". Der Vorschlag könne keine Grundlage fĂŒr die Zustimmung des EuropĂ€ischen Parlaments zum nĂ€chsten langfristigen EU-Etat bilden.

Die Fraktionschefs kritisieren zudem die Verteilung der Einsparungen. Besonders stark gekĂŒrzt werden soll laut irischem Vorschlag bei WettbewerbsfĂ€higkeit, Forschung, Verteidigung sowie Außen- und Entwicklungspolitik. Dies schwĂ€che Europas WettbewerbsfĂ€higkeit und Sicherheit und mindere seinen globalen Einfluss, warnen Weber und seine Amtskollegen. Auch die Bundesregierung kritisiert die KĂŒrzungen in diesen Bereichen.

Nettozahler fĂŒr deutlich mehr KĂŒrzungen

Deutschland und weitere wichtige NettozahlerlĂ€nder wie die Niederlande, Schweden und Österreich hatten eine KĂŒrzung des Haushaltsentwurfs um mehrere Hundert Milliarden Euro gefordert. Sie gehören zu der Staatengruppe, die unter dem Strich mehr in den EU-Haushalt einzahlt, als sie wieder herausbekommt.

Die EVP, zu der die Abgeordneten von CDU und CSU gehören, die sozialdemokratische S&D, die liberale Renew, und die GrĂŒnen haben zusammen 454 der 720 Sitze im Europaparlament.

Auch EuropÀische Kommission kritisiert

Die Kommission bedauert die "deutliche KĂŒrzung" des Gesamtvolumens, sagte ein Sprecher der Behörde in BrĂŒssel. Es bestehe die Gefahr, dass umfangreiche KĂŒrzungen die gemeinsam vereinbarten zentralen PrioritĂ€ten untergrĂŒben, deswegen sei man keineswegs erfreut darĂŒber. "Wir brauchen einen Haushalt, der Europas Ambitionen widerspiegelt und uns in die Lage versetzt, sie umzusetzen."

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