Exportwirtschaft: Ifo-Erwartungen steigen auf 12,2 Punkte
Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 07:35 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSBranchen zeigen unterschiedliche Exportperspektiven
- Die Ifo-Exporterwartungen kletterten im Oktober auf 12,2 Punkte nach 9,0 Punkten im September.
- Der aktuelle Wert ist der höchste seit Februar 2022.
- Die Chemie- und Papierindustrie rechnen mit rĂŒcklĂ€ufigen Ausfuhren.
- Hersteller elektrischer AusrĂŒstungen sowie elektronischer und optischer Erzeugnisse bleiben besonders zuversichtlich.
Deutsche Exporteure erwarten wieder mehr Ausfuhren
Die Stimmung unter den Exporteuren in Deutschland hat sich im Oktober deutlich gebessert. Die Ifo-Exporterwartungen stiegen auf 12,2 Punkte, nach 9,0 Punkten im September.
Automobilindustrie korrigiert Prognosen nach oben
âVor allem die Automobilindustrie hat ihre Exportaussichten deutlich nach oben korrigiertâ, sagte Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen. âAuch in vielen anderen Industriebranchen stehen die Zeichen auf Exportwachstum.â
Nach einem deutlichen Minus im September rechnen die Automobilhersteller nun wieder mit steigenden Exporten. Im Maschinenbau bleiben die Unternehmen optimistisch.
Elektronik und GetrÀnke mit positiven Erwartungen
Besonders zuversichtlich zeigen sich weiterhin die Hersteller elektrischer AusrĂŒstungen sowie von DatenverarbeitungsgerĂ€ten, elektronischen und optischen Erzeugnissen. Auch in der Metallerzeugung und -bearbeitung haben sich die Exportaussichten verbessert.
Die GetrĂ€nkeindustrie erwartet weiterhin ein krĂ€ftiges ExportgeschĂ€ft. Dagegen rechnen Unternehmen der chemischen Industrie und des Papiergewerbes im Oktober mit rĂŒcklĂ€ufigen Ausfuhren.
Die Exporterwartungen sind ein FrĂŒhindikator fĂŒr die deutsche Industrie. Sie erfassen nicht die bereits verbuchten Ausfuhren, sondern die EinschĂ€tzungen der Unternehmen fĂŒr die kommenden Monate. Der Anstieg von 9,0 auf 12,2 Punkte signalisiert daher eine breitere Zuversicht, ersetzt aber noch keine tatsĂ€chliche Belebung des AuĂenhandels.
Besonders relevant ist die Verbesserung in der Automobilindustrie. Die Branche zĂ€hlt zu den wichtigsten deutschen Exportsektoren und steht zugleich unter erheblichem Anpassungsdruck durch den Wandel zur ElektromobilitĂ€t, intensiveren internationalen Wettbewerb und verĂ€nderte AbsatzmĂ€rkte. Dass die Hersteller nach einem RĂŒckgang im Vormonat wieder steigende Ausfuhren erwarten, erhöht die Bedeutung des Oktoberwerts fĂŒr die Gesamtstimmung der Industrie.
Exporthoffnung trifft globale Risiken
Auch Maschinenbau, Elektrotechnik sowie Datenverarbeitungs-, elektronische und optische Produkte tragen zur positiven Tendenz bei. Diese Bereiche profitieren von der internationalen Nachfrage nach InvestitionsgĂŒtern und technologischen Lösungen. Gleichzeitig bleibt das Bild uneinheitlich: Chemie und Papier rechnen mit rĂŒcklĂ€ufigen Ausfuhren, wĂ€hrend andere Branchen Wachstum erwarten.
Der parallel gestiegene Ifo-GeschĂ€ftsklimaindex deutet auf eine leichte allgemeine Aufhellung der Unternehmensstimmung hin.[1] FĂŒr die deutsche Wirtschaft kommt es nun darauf an, ob sich die besseren Erwartungen in AuftragseingĂ€ngen, Produktion und tatsĂ€chlichen Exportzahlen niederschlagen. Handelskonflikte, schwache Auslandskonjunktur und branchenspezifische Kosten bleiben dabei zentrale Belastungsfaktoren.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Euronews: âUnternehmensstimmung in Deutschland steigt im Oktober trotz globaler Risikenâ (26.10.2026)
Der Beitrag ordnet die bessere Exportstimmung in den allgemeinen Anstieg des Ifo-GeschÀftsklimas ein. Sein Schwerpunkt liegt auf der weiterhin bestehenden Belastung durch globale Wirtschaftsrisiken, wÀhrend die dts-Meldung die Branchenunterschiede bei den Exporterwartungen hervorhebt.
Deutschlandfunk: âKonjunkturbelebung - Ifo-Index steigt sechstes Mal in Folgeâ (26.10.2026)
Deutschlandfunk stellt die sechste Verbesserung des Ifo-GeschÀftsklimas in Folge heraus und bewertet sie als Zeichen einer anhaltenden Konjunkturbelebung. Damit ergÀnzt der Beitrag den exportbezogenen Blick um die breitere Entwicklung der deutschen Unternehmensstimmung.
Beide BeitrĂ€ge bestĂ€tigen die allgemeine Aufhellung der Wirtschaftsstimmung, setzen aber andere Schwerpunkte: Im Vordergrund stehen dort der Gesamtindex und globale Risiken, wĂ€hrend die dts-Meldung die Exportbranchen und besonders die Automobilindustrie betrachtet. Offen bleibt, ob die verbesserten Erwartungen bald in messbare AusfuhrzuwĂ€chse mĂŒnden.
