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Fahrplanwechsel bei der Bahn – Was sich fĂŒr Reisende Ă€ndert

26.09.2025 - 10:07:43 | dpa.de

Am 14. Dezember passt die Bahn ihren Fahrplan an. Strecken mit hoher Nachfrage werden gestĂ€rkt - dafĂŒr an anderer Stelle Fahrten weggelassen. Außerdem gibt es eine Premiere zu feiern.

  • Auch 2026 wird im Schienennetz wieder viel gebaut. Unter anderem drohen fĂŒnf Generalsanierungen, den Zugverkehr zu belasten. (Archivbild) - Bild: Jens BĂŒttner/dpa
    Auch 2026 wird im Schienennetz wieder viel gebaut. Unter anderem drohen fĂŒnf Generalsanierungen, den Zugverkehr zu belasten. (Archivbild) - Bild: Jens BĂŒttner/dpa
  • Mit dem neuen Fahrplan der Deutschen Bahn gibt es ab Mitte Dezember mehr Sprinter-Verbindungen. (Archivbild) - Bild: Julian Stratenschulte/dpa
    Mit dem neuen Fahrplan der Deutschen Bahn gibt es ab Mitte Dezember mehr Sprinter-Verbindungen. (Archivbild) - Bild: Julian Stratenschulte/dpa
  • «Wo jetzt schon viele FahrgĂ€ste unterwegs sind, bieten wir im neuen Fahrplan noch mehr Zugfahrten an», sagt der fĂŒr den Fernverkehr zustĂ€ndige Bahn-Vorstand Michael Peterson. (Archivbild)  - Bild: Carsten Koall/dpa
    «Wo jetzt schon viele FahrgĂ€ste unterwegs sind, bieten wir im neuen Fahrplan noch mehr Zugfahrten an», sagt der fĂŒr den Fernverkehr zustĂ€ndige Bahn-Vorstand Michael Peterson. (Archivbild) - Bild: Carsten Koall/dpa
Auch 2026 wird im Schienennetz wieder viel gebaut. Unter anderem drohen fĂŒnf Generalsanierungen, den Zugverkehr zu belasten. (Archivbild) - Bild: Jens BĂŒttner/dpa Mit dem neuen Fahrplan der Deutschen Bahn gibt es ab Mitte Dezember mehr Sprinter-Verbindungen. (Archivbild) - Bild: Julian Stratenschulte/dpa «Wo jetzt schon viele FahrgĂ€ste unterwegs sind, bieten wir im neuen Fahrplan noch mehr Zugfahrten an», sagt der fĂŒr den Fernverkehr zustĂ€ndige Bahn-Vorstand Michael Peterson. (Archivbild)  - Bild: Carsten Koall/dpa

Die Deutsche Bahn setzt ab Mitte Dezember auf mehr und schnelleren Zugverkehr zwischen den großen StĂ€dten, wĂ€hrend in der FlĂ€che einige Verbindungen wegfallen. Unter anderem wird das ICE-Sprinter-Netz ausgebaut: KĂŒnftig gibt es eine solche Verbindung auch zwischen Berlin und Stuttgart, wie die Bahn mitteilte. 

Zwischen Hamburg und Frankfurt sowie zwischen MĂŒnchen und Berlin sollen kĂŒnftig mehr Sprinter fahren. Die Sprinter sind bei den FahrgĂ€sten beliebt, weil sie wenige Unterwegshalte haben und daher kĂŒrzere Fahrzeiten versprechen.

Einige schwach nachgefragte Verbindungen könne die DB angesichts der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen mit hohen Kostensteigerungen nicht mehr anbieten, teilte der Konzern mit. Dazu gehört die Verbindung zwischen Leipzig und NĂŒrnberg ĂŒber Jena. Dort wird die Zahl der tĂ€glichen Fernfahrten pro Richtung von fĂŒnf auf zwei reduziert. Teilweise seien auf dieser Strecke nur zehn Prozent der SitzplĂ€tze belegt, hieß es. In LĂŒbeck und Berchtesgaden wird ab dem Fahrplanwechsel kein Fernverkehrszug mehr halten. 

DB konzentriert sich auf Strecken mit hoher Nachfrage

«Wo jetzt schon viele FahrgĂ€ste unterwegs sind, bieten wir im neuen Fahrplan noch mehr Zugfahrten an. Wir bauen unseren Fahrplan mit Blick auf Nachfrage und KapazitĂ€t auf dem Schienennetz gezielt aus», sagte der fĂŒr den Fernverkehr zustĂ€ndige Bahn-Vorstand Michael Peterson laut Mitteilung. Das Angebotsvolumen bleibe insgesamt konstant.

Der Fokus auf die nachfragestarken Strecken zeigt sich auch beim Halbstundentakt: Der Bahn zufolge wird das Streckennetz, auf dem kĂŒnftig etwa alle halbe Stunde ein Hochgeschwindigkeitszug fĂ€hrt, von 900 auf 2.300 Kilometer vergrĂ¶ĂŸert.

Vereinheitlichung soll System stabilisieren

Auf den wichtigsten ICE-Linien wird die Bahn Start- und Zielbahnhöfe, Zwischenhalte und Fahrplantakte vereinheitlichen. «Auch sollen möglichst alle Fahrten der Linien jeweils mit derselben ICE-Baureihe erfolgen», teilte der Konzern mit. Ziel ist es, das System so weniger komplex und in der Folge verlÀsslicher zu machen. Das Grundprinzip entspreche dem von S-Bahn-Systemen. 

Das fĂŒhrt aber auch dazu, dass einige lange Direktverbindungen kĂŒnftig wegfallen wie etwa Hamburg-Hannover-Kassel-Wien, die Fernverkehrsanbindung von LĂŒbeck und Direktverbindungen in Kiel. 

Fahrten nach Wien werden beispielsweise vereinheitlicht ĂŒber die Strecke Dortmund-Wien abgewickelt. Wer von Hamburg aus in die österreichische Hauptstadt fahren will, muss kĂŒnftig umsteigen.

Ein weiteres Beispiel ist Kiel: Die Landeshauptstadt verliert einige unsystematische Einzelverbindungen und erhĂ€lt ein systematisch zweistĂŒndliches Taktangebot in Richtung Hannover, Frankfurt und Stuttgart. 

Minister hat PĂŒnktlichkeitsziele gelockert

Angesichts der aktuellen VerspĂ€tungsprobleme der Bahn sind das fĂŒr Reisende allerdings nicht nur gute Nachrichten. Denn damit erhöht sich das Risiko, etwa auf dem langen Weg von Hamburg nach Wien beim Umstieg den Anschluss zu verpassen.

Zuletzt erreichten die ICE- und IC-ZĂŒge nur knapp 60 Prozent ihrer Halte pĂŒnktlich, also mit maximal 5:59 Minuten VerspĂ€tung. Die Aussichten auf Besserung sind nicht groß. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) lockerte erst am Montag das PĂŒnktlichkeitsziel fĂŒr die Bahn, weil er das bisherige fĂŒr unrealistisch hĂ€lt. Bis Ende 2029 sollen nun mindestens 70 Prozent der Fernverkehrshalte pĂŒnktlich erreicht werden. 

Große Baustellen fĂŒhren auch 2026 zu EinschrĂ€nkungen 

Viele ZĂŒge werden aber auch im kommenden Jahr von der maroden Infrastruktur und vielen Baustellen im Netz ausgebremst werden. Allein durch das Konzept der sogenannten Generalsanierungen wird es im Jahr 2026 fĂŒnf Großbaustellen im Netz geben, bei denen die Strecken monatelang komplett gesperrt werden: 

  • Hamburg-Berlin bis zum 30. April
  • Hagen-Wuppertal-Köln von Anfang Februar bis Mitte Juli
  • NĂŒrnberg-Regensburg ebenfalls von Anfang Februar bis Mitte Juli
  • Obertraubling-Passau von Mitte Juni bis Mitte Dezember
  • Troisdorf-Wiesbaden von Mitte Juli bis Mitte Dezember

Mit den Generalsanierungen sollen bis 2036 rund 40 besonders wichtige und hochbelastete Strecken grundlegend modernisiert werden. Die Bahn erhofft sich danach deutlich weniger Störungen auf den Strecken und damit einen zuverlÀssigeren Betrieb.

Weitere Neuerungen im Fahrplan im Überblick

  • Der neue ICE L geht an den Start. Erste EinsĂ€tze des Fahrzeugs vom spanischen Hersteller Talgo sind zwischen Berlin und Köln vorgesehen. Das Besondere an dem Zug ist sein Einstieg, der ohne Treppen auskommt. Obwohl der Zug den Namen ICE trĂ€gt, ist er aber nicht mit höchster Geschwindigkeit unterwegs: Der ICE L darf nicht mit maximal 300, sondern lediglich mit bis zu 230 Kilometern pro Stunde durchs Land fahren.
  • Die Bahn nimmt 40 neue beziehungsweise verlĂ€ngerte grenzĂŒberschreitende Fahrten ins Programm auf. Komplett neu ans DB-Netz angeschlossen werden Antwerpen in Belgien und Brig in der Schweiz. Zwischen Deutschland und Polen nimmt die neue Eurocity-Linie zwischen Leipzig und Krakau den Verkehr auf.
  • Neben Tickets fĂŒr FernverkehrszĂŒge der Österreichischen Bundesbahnen und Schweizerischen Bundesbahnen können Kundinnen und Kunden nun auch viele innerfranzösische TGV-Verbindungen sowie Fahrkarten mit dem Eurostar direkt auf bahn.de oder im DB Navigator buchen. Konkret können Reisende beispielsweise Fahrkarten von Frankfurt nach London oder von Paris nach Marseille mit dem TGV erwerben. Auch die durch Deutschland fĂŒhrenden NachtzĂŒge der ÖBB sind nun ĂŒber die VertriebskanĂ€le der DB erhĂ€ltlich.

Der neue Fahrplan wird ab dem 14. Dezember gefahren. Buchungsstart ist am 15. Oktober.

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