Fahrschul-Reform: Theorie per App und private Übungsfahrten ab 2027 geplant
Veröffentlicht am: 17.10.2026 um 15:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deFür angehende Autofahrer zeichnen sich grundlegende Veränderungen bei der Fahrausbildung ab. Wie Medien berichten, sind ab 2027 umfassende Neuerungen für Fahrschüler vorgesehen. Die Pläne sehen unter anderem die Möglichkeit vor, den Theorieunterricht per App zu absolvieren, die Zahl der Sonderfahrten flexibler zu gestalten und Übungsfahrten mit Begleitpersonen zu ermöglichen.
Der parlamentarische Prozess für das Vorhaben läuft bereits. Am 24. September 2026 beriet der Deutsche Bundestag den entsprechenden Gesetzentwurf des Bundesverkehrsministeriums erstmals im Plenum und überwies ihn an die zuständigen Ausschüsse.
Am 5. Oktober 2026 folgte eine öffentliche Sachverständigenanhörung im Verkehrsausschuss des Bundestags. Erste Teile der Reform sollen im Jahr 2027 in Kraft treten, wobei sämtliche Termine unter dem Vorbehalt des laufenden parlamentarischen Verfahrens stehen.
Theorieunterricht per App und reduzierter Fragenkatalog
Ein wesentlicher Bestandteil der geplanten Reform betrifft die theoretische Ausbildung. Ab 2027 soll der Theorieunterricht nicht mehr zwingend in Präsenz stattfinden müssen.
Stattdessen wird es rechtlich möglich sein, die Unterrichtsinhalte vollständig digital über Anwendungen abzuwickeln. Den Fahrschulen soll dabei die Entscheidung überlassen bleiben, ob sie Präsenzunterricht, rein digitale Formate oder eine Kombination aus beiden Varianten anbieten.
Gleichzeitig ist eine Entlastung bei den Lerninhalten vorgesehen. Nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums umfasst der aktuelle Fragenkatalog für die Theorieprüfung mehr als 1100 Fragen. Dieser Umfang soll im Zuge der Reform um rund ein Drittel reduziert werden, um die Vorbereitung auf wesentliche Sicherheitsaspekte zu konzentrieren.
Der Gesetzentwurf liegt im Bundestag, erste Teile der Reform sind für 2027 vorgesehen — doch die Termine stehen unter dem Vorbehalt des laufenden Verfahrens. Wer jetzt weiß, was geplant ist, kann Theorie und Praxis rechtzeitig planen. Unser kostenloser Leitfaden fasst die Vorhaben zusammen und zeigt in drei Schritten, wie Sie sich vorbereiten. Kostenlosen Leitfaden zur Fahrschul-Reform anfordern
Flexiblere Praxis und private Übungsfahrten
Auch die praktische Fahrausbildung soll nach den Plänen grundlegend umgestaltet werden. Die bislang verpflichtenden zwölf Sonderfahrten – darunter Fahrten auf Autobahnen, Bundesstraßen und bei Dunkelheit – sollen in ihrer starren Form entfallen. Künftig soll sich die Anzahl dieser Fahrten stattdessen am individuellen Lernstand der Fahrschüler orientieren.
Zusätzlich soll über eine Experimentierklausel die Möglichkeit geschaffen werden, Übungsfahrten im Beisein einer Begleitperson, etwa den Eltern, durchzuführen. Als feste Voraussetzung für solche Fahrten gilt, dass die theoretische Prüfung bereits bestanden sein muss.
Mehr Simulatoren und kürzere Prüfungszeiten
Die technische Ausstattung der Fahrschulen soll ebenfalls stärker berücksichtigt werden. So ist vorgesehen, Fahrsimulatoren künftig intensiver in den Ausbildungsbetrieb einzubinden, um grundlegende Fertigkeiten vor oder begleitend zu realen Fahrten zu trainieren.
Theorieunterricht nur in Präsenz lässt sich schwer mit Schule, Job und Alltag vereinbaren — die Pläne sehen vor, dass Fahrschulen künftig auch rein digitale Formate anbieten können. Was das für Ihre Vorbereitung bedeutet und worauf Sie bei Theorie-App und Fragenkatalog achten sollten, steht in unserem kostenlosen Leitfaden. Checkliste Theorie-App jetzt abrufen
Bei der praktischen Fahrerlaubnisprüfung zeichnet sich ebenfalls eine Anpassung ab: Die reine Fahrzeit im Rahmen der Prüfungsfahrt soll auf die europäische Mindestvorgabe von 25 Minuten zurückgeführt werden. Mit diesen Maßnahmen zielt das Gesetzgebungsverfahren darauf ab, die Ausbildung an moderne Lernbedingungen anzupassen und die organisatorischen Rahmenbedingungen für Prüflinge zu verändern.
