Familienzeit-Modell, Euro

Familienzeit-Modell: 240 Euro monatlich bei 24 bis 32 Wochenstunden

Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 02:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Verband will Teilzeit-Eltern je nach Alter des Kindes mit monatlich 120 oder 240 Euro unterstützen.
Symbolbild: leerer Besprechungsraum Illustration mit AI erstellt.

Die Vereinbarkeit von Familie und Erwerbsarbeit stellt Eltern in Deutschland vor anhaltende Herausforderungen. Um die Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit für die Kinderbetreuung wirtschaftlich tragfähiger zu gestalten, bringt die Evangelische Arbeitsgemeinschaft Familie einen Reformvorschlag in die Debatte ein.

Das Konzept mit dem Titel Dynamische Familienzeit zielt darauf ab, Mütter und Väter mit direkten Zahlungen zu unterstützen, wenn sie ihr Erwerbspensum zugunsten von Betreuungsaufgaben anpassen.

Gestaffelte Unterstützung bis zum fünften Lebensjahr

Der Entwurf der Organisation sieht eine nach dem Alter des Kindes gestaffelte finanzielle Förderung vor. In den ersten Lebensjahren greift demnach eine höhere Unterstützungsleistung: Bis zum dritten Geburtstag des Kindes sollen Eltern monatlich 240 Euro erhalten. Voraussetzung für diesen Bezug ist eine wöchentliche Arbeitszeit, die sich in einem Korridor von 24 bis 32 Stunden bewegt.

In einer zweiten Phase verringert sich die finanzielle Zuwendung bei leicht erweitertem Arbeitszeitrahmen. Bis zum fünften Geburtstag des Kindes sieht das Modell monatlich 120 Euro vor. Diese Zahlung soll erfolgen, wenn die geleistete Erwerbsarbeit bis zu 34 Stunden pro Woche umfasst.

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Durch diese Staffelung soll Eltern der schrittweise Übergang zurück zu höheren Wochenstundenzahlen erleichtert werden, während zugleich ein verlässlicher finanzieller Ausgleich für die Übernahme von Betreuungsleistungen erhalten bleibt.

Partnerschaftliche Aufteilung und wirtschaftliche Ziele

Mit dem Konzept verbindet der Verband mehrere gesellschafts- und wirtschaftspolitische Zielsetzungen. An erster Stelle steht die spürbare Entlastung von Eltern im oft hoch belasteten Familienalltag mit Kleinkindern. Zugleich soll das Modell Anreize für eine partnerschaftlichere und gerechtere Verteilung der familiären Sorgearbeit zwischen den Geschlechtern setzen.

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Ein wesentlicher Aspekt des Vorschlags betrifft die langfristige finanzielle Unabhängigkeit von Frauen. Indem Arbeitszeitverkürzungen nicht in marginale Beschäftigung oder langjährige Erwerbsunterbrechungen münden, sondern in einem substanziellen Teilzeitkorridor verbleiben, könnten bestehende Einkommens- und Rentenlücken verringert werden.

Darüber hinaus argumentiert die Organisation mit den positiven Effekten für die öffentlichen Haushalte: Durch den Verbleib beider Elternteile in einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsumfang von mindestens 24 Stunden könnten höhere Steuereinnahmen erzielt werden, die dazu beitragen, die staatlichen Kosten für die Transferleistungen abzufedern. Das Modell versteht sich damit als strukturierter Beitrag zur Weiterentwicklung moderner familien- und arbeitsmarktpolitischer Instrumente.

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