Fed hÀlt Leitzins bei 3,75 bis 4,00 Prozent stabil
Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 19:06 Uhr | dpa, AD HOC NEWSFed-Projektionen bis 2027
- Der Zentralbankrat in Washington stimmte mit zehn zu zwei Stimmen fĂŒr die Beibehaltung der Zinsspanne.
- Im September erwarteten 16 von 18 Fed-Mitgliedern mindestens eine weitere Anhebung um 25 Basispunkte.
- FĂŒr 2027 rechneten 14 Mitglieder mit einem Leitzins von mindestens 4,00 bis 4,25 Prozent.
Fed hÀlt Leitzins in Washington stabil
Die US-Notenbank hĂ€lt ihren Leitzins nach der ersten Erhöhung seit mehr als drei Jahren zunĂ€chst konstant. Die Zinsspanne bleibt bei 3,75 bis 4,00 Prozent, wĂ€hrend zehn stimmberechtigte Mitglieder fĂŒr die Pause und zwei fĂŒr eine weitere Erhöhung stimmten.
Dezember rĂŒckt in den Mittelpunkt
Die Entscheidung fiel wie von der Mehrheit der Volkswirte erwartet aus. Entscheidend ist nun, ob die Fed bei ihrer letzten Sitzung des Jahres im Dezember den Leitzins erneut anhebt.
Die Notenbank verwies auf die weiterhin hohe Inflation und bekrÀftigte ihr Ziel der PreisstabilitÀt. 16 der 18 Fed-Mitglieder hatten im September mindestens einen weiteren Zinsschritt um 25 Basispunkte in diesem Jahr erwartet; vier stellten sogar eine stÀrkere Straffung in Aussicht.
Projektionen zeigen straffe Geldpolitik
Auch fĂŒr 2027 deuteten die damaligen Projektionen auf ein erhöhtes Zinsniveau hin. 14 Mitglieder erwarteten mindestens einen Leitzins von 4,00 bis 4,25 Prozent, eine knappe Mehrheit davon rechnete mit 4,25 bis 4,50 Prozent.
Neue Projektionen will die Fed mit der Dezember-Sitzung veröffentlichen. Eine Zinssenkung gilt angesichts der aktuellen Wirtschaftsindikatoren als nicht plausibel.
Inflation bleibt deutlich ĂŒber dem Ziel
Die Verbraucherpreise in den USA stiegen im September im Jahresvergleich um 3,7 Prozent. Damit lag die Teuerung fast doppelt so hoch wie das Inflationsziel der Fed von zwei Prozent.
Zu den Preistreibern gehörten vor allem höhere Energiekosten. Zugleich verlangsamte sich das BeschÀftigungswachstum, sodass die Notenbank zwischen PreisstabilitÀt und einer möglichst robusten BeschÀftigung abwÀgen muss.
EZB steht vor eigener Zinsentscheidung
Auch die EuropĂ€ische Zentralbank berĂ€t ĂŒber ihre Geldpolitik. Volkswirte rechnen damit, dass sie den fĂŒr Banken und Sparer wichtigen Einlagenzins bei 2,5 Prozent belĂ€sst.
Höhere Leitzinsen verteuern Kredite fĂŒr Verbraucher und Unternehmen und bremsen dadurch Nachfrage und Wirtschaft. Niedrigere Zinsen können Wachstum und Arbeitsmarkt stĂŒtzen, zugleich aber den Preisdruck erhöhen.
Die Zinspause der Fed steht im Spannungsfeld zweier Ziele: Die Notenbank muss die Inflation weiter bekĂ€mpfen, darf zugleich aber eine AbschwĂ€chung am Arbeitsmarkt nicht verschĂ€rfen. Mit einer Zinsspanne von 3,75 bis 4,00 Prozent bleibt die Geldpolitik restriktiv. Kredite fĂŒr Unternehmen und private Haushalte verteuern sich dadurch weiterhin, wĂ€hrend Sparguthaben und festverzinsliche Anlagen grundsĂ€tzlich von höheren Renditen profitieren können.
Besonders relevant ist die weitere Entwicklung der Verbraucherpreise. Mit 3,7 Prozent liegt die Teuerung deutlich ĂŒber dem Zwei-Prozent-Ziel der Fed. Energiepreise, robuste Konsumausgaben und Investitionen rund um KĂŒnstliche Intelligenz erhöhen den Preisdruck. Eine Zinserhöhung im Dezember wĂŒrde die Nachfrage zusĂ€tzlich bremsen, könnte aber zugleich die Konjunktur und den BeschĂ€ftigungsaufbau belasten.
Signal fĂŒr Dezember
Die Projektionen der Fed-Mitglieder deuten auf eine weiterhin straffe Linie hin. Dass 16 von 18 Mitgliedern im September mindestens einen weiteren Zinsschritt in diesem Jahr erwarteten, erhöht den Druck auf den Dezember-Termin. Neue Projektionen sollen dann zeigen, ob sich diese EinschÀtzung angesichts der Inflations- und Arbeitsmarktdaten bestÀtigt.
FĂŒr Deutschland und Europa wirkt sich die US-Entscheidung vor allem ĂŒber FinanzmĂ€rkte, Wechselkurse und die globale Nachfrage aus. Eine lĂ€nger hohe US-Verzinsung kann den Dollar stĂŒtzen und die Finanzierungskosten weltweit erhöhen. Zugleich richtet sich der Blick auf die EuropĂ€ische Zentralbank, die ebenfalls vor einer Entscheidung steht.
Euronews: âFed-Entscheid im Fokus: Warsh ringt mit hoher Inflation, Ălpreisen und US-Zwischenwahlenâ (27.10.2026)
Der Beitrag ordnet die erwartete Zinspause vor dem Hintergrund der hohen Inflation, der Ălpreise und der bevorstehenden US-Zwischenwahlen ein. Er bestĂ€tigt den von der dpa-Meldung beschriebenen Zinskorridor und setzt einen stĂ€rkeren politischen und energiepreisbezogenen Schwerpunkt.
n-tv: âUS-Anleger setzen wieder auf KIâ (27.10.2026)
Der Artikel verbindet die bevorstehende Fed-Entscheidung mit der Entwicklung an den US-AktienmÀrkten und dem KI-Sektor. Er hebt wie die dpa-Meldung die erwartete Zinspause und eine mögliche Erhöhung im Dezember hervor, betrachtet das Geschehen aber stÀrker aus Anlegersicht.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Beide BeitrĂ€ge erwarten beziehungsweise beschrieben vor der Entscheidung einen unverĂ€nderten Leitzinskorridor. Unterschiede liegen vor allem beim Schwerpunkt: WĂ€hrend Euronews Inflation, Ălpreise und Politik betont, richtet n-tv den Blick stĂ€rker auf Börse und KI-Aktien. Offen bleibt in beiden Perspektiven, ob die Fed im Dezember tatsĂ€chlich erneut anhebt.
