Finanzberichterstattung, IDW

Finanzberichterstattung: IDW warnt vor zu starker IFRS-18-Angleichung

Veröffentlicht am: 24.08.2026 um 16:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Das IDW unterstützt die IPSAS-1-Modernisierung, fordert aber Anpassungen an öffentliche Besonderheiten und warnt vor Informationsverlust durch neue Kategorien.

IDW mahnt: IPSAS-1-Reform braucht mehr Rücksicht auf öffentliche Haushalte
Ein moderner, heller Büroarbeitsplatz mit Finanzberichten und einem Füllfederhalter auf einem Holztisch. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) hat Bedenken an der geplanten Modernisierung der Finanzberichterstattung des öffentlichen Sektors angemeldet. Der Berufsstand begrüßt die grundsätzliche Neuausrichtung, fordert aber mehr Rücksicht auf die Besonderheiten öffentlicher Haushalte.

IFRS 18 als Vorbild – aber nicht ohne Ausnahmen

Der International Public Sector Accounting Standards Board (IPSASB) will den bestehenden Standard IPSAS 1 zur Darstellung von Abschlüssen ersetzen. Als wesentlicher Bezugspunkt dient dabei der neue Privatsektor-Standard IFRS 18. Das IDW unterstützt diese Orientierung grundsätzlich: Sie könne Transparenz, Vergleichbarkeit und Verständlichkeit der Rechnungslegung erhöhen.

Doch die Experten warnen davor, die Reform als reine Angleichung an die Regeln für Unternehmen zu verstehen. Abweichungen seien immer dann nötig, wenn spezifische Merkmale des öffentlichen Sektors eine andere Darstellung erfordern – etwa bei Budgetverantwortung, Nicht-Austausch-Transaktionen oder der langfristigen finanziellen Nachhaltigkeit.

Kritik an geplanter Kategorisierung

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Ein kritischer Punkt: Die geplante Strukturierung von Erträgen und Aufwendungen in verschiedene Kategorien könnte wesentliche Informationen verschlucken. Das IDW befürchtet, dass wichtige Posten in einer als „Restgröße“ konzipierten operativen Kategorie untergehen. Detaillierte Leitlinien für den öffentlichen Sektor sollen das verhindern.

Auch die mögliche Einführung eines Konzepts für das sonstige Ergebnis (Other Comprehensive Income, OCI) sehen die Prüfer skeptisch. Das bestehende Rahmenkonzept des IPSASB sehe einen solchen Ansatz nicht vor. Eine Einführung würde fundamentale konzeptionelle Änderungen erfordern, die zunächst im Rahmenkonzept selbst verankert werden müssten.

Mindestanforderungen und Transparenz

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Die Mindestanforderungen an einzelne Posten in Bilanz und Erfolgsrechnung unterstützt das IDW. Allerdings sollten illustrative Beispiele und zusätzliche Leitlinien sicherstellen, dass bedeutende öffentliche Einnahmen- und Ausgabenströme nicht durch zu starke Aggregation verschleiert werden – etwa Steuereinnahmen, Zuweisungen oder soziale Leistungen.

Die Stellungnahme ist Teil eines umfassenden Konsultationsprozesses. Das IPSASB will damit die Weichen für die künftige Gestaltung der staatlichen Finanzberichterstattung stellen. Ziel ist ein modernisierter Standard, der sowohl die Rechenschaftspflicht gegenüber der Legislative als auch die Nützlichkeit für Entscheidungsträger stärkt.

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