FINMA-Mitteilung 04/ 2026: Strengere Regeln für Geldwäschebekämpfung
20.06.2026 - 01:52:51 | boerse-global.de
Am 4. Juni präzisierte die Behörde mit der Aufsichtsmitteilung 04/2026 ihre Erwartungen an Banken und Finanzinstitute. Grund sind festgestellte Mängel in der bisherigen Praxis.
Strengere Vorgaben für Risikoanalysen
Die Mitteilung konkretisiert die Anforderungen aus der Geldwäschereiverordnung. Ein Kernpunkt: Institute müssen künftig explizite Risikoausschlüsse definieren. Werden Ausnahmen von diesen internen Richtlinien gemacht, sind sie restriktiv zu handhaben. Der Verwaltungsrat muss darüber zwingend informiert werden.
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Die FINMA fordert zudem eine klare Trennung zwischen Geldwäscherei-Risiken und allgemeinen Compliance-Risiken. Zur Messung der inhärenten Risiken sind Schlüsselrisikoindikatoren Pflicht. Das Nettorisiko muss systematisch hergeleitet werden – mit sauberer Unterscheidung zwischen inhärentem Risiko, Kontrollwirksamkeit und Restrisiko.
Schwachstellen bei Krypto und komplexen Strukturen
Branchenbeobachter wie Grant Thornton sehen die Mitteilung als Reaktion auf Prüfungsergebnisse. Häufig fehlte es an konkreter Risikotoleranz oder systematischer Erfassung erhöhter Risiken.
Besonders im Fokus: komplexe Strukturen, politisch exponierte Personen und Geschäfte mit Kryptowerten. Hier waren die Analysen oft unzureichend. Die FINMA erwartet nun auch von kleineren Instituten robuste Risikoanalysen – Vermögensverwalter eingeschlossen.
Parallel dazu veröffentlichte die Aufsicht am 3. Juni die Guidance 03/2026 zu Risiken komplexer und illiquider Produkte. Die Zahl der Eskalationsfälle stieg von 34 im Jahr 2024 auf 68 im Jahr 2025.
Leonteq schließt Verfahren ab
Dass die FINMA ihre Regeln konsequent durchsetzt, zeigt der Fall Leonteq. Am 18. Juni bestätigte die Aufsicht: Der Finanzdienstleister hat alle Auflagen aus einem Enforcement-Verfahren vom Dezember 2024 erfüllt.
Damals hatte die FINMA Verstöße beim Risikomanagement im Auslandsvertrieb festgestellt und rund 9,3 Millionen Franken Gewinne eingezogen. Leonteq stärkte daraufhin die Compliance, besetzte Führungsrollen neu und beendete die Zusammenarbeit mit unregulierten Finanzintermediären. Ein von der FINMA eingesetzter Prüfbeauftragter kontrollierte die Umsetzung. CEO Christian Spieler sprach von einem wichtigen Meilenstein.
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Voruntersuchung gegen Haute Capital Partners
Auch andere Marktbereiche rücken ins Visier. Am 19. Juni leitete die FINMA eine Voruntersuchung gegen die Haute Capital Partners SA ein. Der Verdacht: Marktmanipulation. Geprüft werden die Organisationsstruktur und der Handel mit eigenen Aktien.
Der Aktienkurs des Unternehmens war von 160 Franken im Dezember auf rund 60 Franken gefallen. Zudem äußerten Auditoren Zweifel an der Fortführung des Geschäfts. Die Entwicklungen zeigen: Die FINMA überwacht sowohl organisatorische Sorgfaltspflichten als auch die Marktintegrität mit zunehmender Intensität.
