FINMA-Verfahren, Julius

FINMA-Verfahren gegen Julius BĂ€r: 250 Millionen Franken mehr Eigenkapital

Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 15:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die FINMA stellte MÀngel bei Krediten und PEP-Kontrollen fest; Julius BÀr muss zusÀtzliches Kapital halten und Gewinne abgeben.

Julius BĂ€r: FINMA schließt Verfahren mit Kapitalauflagen ab
Modernes BetongebĂ€ude in ZĂŒrich bei bewölktem Himmel Illustration mit AI erstellt.

Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (FINMA) hat ein Enforcementverfahren gegen die ZĂŒrcher Privatbank Julius BĂ€r abgeschlossen. Dabei stellte die Aufsichtsbehörde schwere Aufsichtsverstösse im Private-Debt-GeschĂ€ft sowie im Umgang mit politisch exponierten Personen (PEP) aus Russland fest. FĂŒr Julius BĂ€r handelt es sich bereits um das fĂŒnfte Enforcementverfahren der Behörde seit dem Jahr 2017.

Hohe Engagements und Abschreibungen im Private Debt

Als wesentlicher Auslöser fĂŒr die aufsichtsrechtliche Untersuchung galten Kredite an die Signa-Gruppe. Aus diesen Engagements heraus musste Julius BĂ€r im Jahr 2024 mehr als CHF 600 Mio. abschreiben.

Nach Feststellungen der FINMA hatte die Bank ab 2019 insgesamt acht Kredite in diesem Segment vergeben. In den Jahren 2022 und 2023 ĂŒberschritt das gesamte Kreditvolumen dabei jeweils die Marke von CHF 1 Mrd. Zum Ende des Jahres 2023 standen noch Engagements in Höhe von CHF 586 Mio. in den BĂŒchern des Instituts, die inzwischen vollstĂ€ndig wertberichtigt wurden. Überdies beanstandete die Finanzmarktaufsicht im Rahmen ihrer PrĂŒfung eine Durchlauftransaktion ĂŒber ein Volumen von EUR 60 Mio.

Kapitalauflagen und Einziehung von Gewinnen

Wegen der festgestellten VersĂ€umnisse verhĂ€ngte die FINMA weitreichende Massnahmen gegen das Institut. Julius BĂ€r muss vorĂŒbergehend CHF 250 Mio. an zusĂ€tzlichem Eigenkapital vorhalten. Zudem zieht die Behörde unrechtmĂ€ssig erzielten Gewinn in Höhe von rund CHF 10 Mio. ein. KĂŒnftige DividendenausschĂŒttungen und KapitalrĂŒckfĂŒhrungen der Bank bedĂŒrfen darĂŒber hinaus vorlĂ€ufig der expliziten Genehmigung durch die FINMA.

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Der Abschluss des FINMA-Verfahrens gegen Julius BĂ€r zeigt, wie teuer lĂŒckenhafte Kontrollen im Private-Debt-GeschĂ€ft und im Umgang mit PEP-Kunden werden können: 250 Mio. Franken zusĂ€tzliches Eigenkapital, rund 10 Mio. Franken Gewinneinziehung und eine vorlĂ€ufige Genehmigungspflicht fĂŒr AusschĂŒttungen. Der kostenlose Leitfaden ordnet die Feststellungen ein und zeigt, welche Kontrollpunkte Institute jetzt ĂŒberprĂŒfen sollten. Leitfaden zur FINMA-Enforcement-PrĂ€vention anfordern

Auf organisatorischer Ebene verlangt die Aufsicht bis zum Jahr 2032 regelmĂ€ssige Kulturberichte von der Bank, um den nachhaltigen Wandel der internen Kontrollprozesse zu ĂŒberwachen. Die entsprechende VerfĂŒgung der Behörde ist derzeit noch nicht rechtskrĂ€ftig. Zudem fĂŒhrt die FINMA separate Verfahren gegen drei ehemalige Mitarbeitende des Finanzinstituts weiter.

Umgang mit PEP-Kunden und eingeleitete Reformen

Neben dem Kreditbereich betrafen die Ermittlungen der Aufsichtsbehörde die GeschÀftsbeziehungen der Bank zu russischen PEP-Kunden. Ein im Jahr 2025 durch die FINMA verhÀngtes Verbot zur Aufnahme neuer GeschÀftsbeziehungen zu bestimmten PEP-Kunden soll nun schrittweise abgebaut werden.

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Julius BĂ€r bestĂ€tigte den Abschluss des behördlichen Verfahrens und teilte mit, die gezogenen Schlussfolgerungen vollumfĂ€nglich anzuerkennen. Als zentrale Abhilfemassnahmen verwies die Bank auf die vollstĂ€ndige Abwicklung des Private-Debt-GeschĂ€fts. Zudem habe das Institut sein gesamtes Rahmenwerk fĂŒr Risikomanagement und Compliance grundlegend erneuert, um regulatorische Vorgaben kĂŒnftig lĂŒckenlos zu erfĂŒllen.

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