Stellenabbau bei Tesla - Experte erwartet «DurchhÀnger-Jahr»
19.04.2024 - 05:56:35Nach der AnkĂŒndigung eines Stellenabbaus bei Tesla erwartet der Autoexperte Frank Schwope Personal-Einschnitte auch bei anderen Autobauern. «Stellenstreichungen, die Automobilzulieferer schon vor Monaten beschlossen haben, nimmt jetzt auch Tesla vor. Weitere Autohersteller dĂŒrften folgen», sagte Schwope der dpa. 2024 sieht er zudem als «DurchhĂ€nger»-Jahr fĂŒr die ElektromobilitĂ€t. Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer sagte: «Tesla sitzt auf Fabriken, die nicht flexibel und zu groĂ sind. Das Wachstumsmodell bricht jetzt ab, dadurch, dass der Markt in die Knie geht.»Â
Der US-Hersteller Tesla will angesichts der Flaute beim Elektroauto-Absatz mehr als zehn Prozent seiner Stellen weltweit abbauen. In welchem AusmaĂ die AnkĂŒndigung von Firmenchef Elon Musk die einzige europĂ€ische Fabrik in GrĂŒnheide bei Berlin trifft, ist bisher noch unklar. Tesla bekommt unter anderem den harten Preiskampf auf dem gröĂten Automarkt China zu spĂŒren und hat im ersten Quartal weltweit mit fast 387.000 Autos ĂŒberraschend weniger Fahrzeuge ausgeliefert als ein Jahr zuvor. In Deutschland macht sich die weggefallene KaufprĂ€mie fĂŒr Elektroautos beim Absatz von Batterie-Pkw bemerkbar.Â
Schwope erwartet keine jahrelange Krise
«FĂŒr einen amerikanischen Konzern ist ein Stellenabbau von 10 Prozent in Krisenzeiten nichts Ăberraschendes, Hire-and-Fire passiert dort wesentlich schneller», sagte Schwope mit Blick auf Tesla. Der Autoexperte ist Lehrbeauftragter fĂŒr Automobilwirtschaft an der Fachhochschule des Mittelstands Hannover. Â
Mit einer lang anhaltenden Krise fĂŒr Tesla in Europa rechnet Schwope nicht. «2024 dĂŒrfte allerdings ein DurchhĂ€nger-Jahr fĂŒr die ElektromobilitĂ€t werden.» Das Jahr 2025 sollte angesichts dann geltender verschĂ€rfter Abgasvorschriften wieder Wachstum fĂŒr die ElektromobilitĂ€t bringen, schĂ€tzte der Experte.Â
Die Elektroautohersteller brauchen aus seiner Sicht Planungssicherheit und kein «HĂŒ und Hott» in der Politik. «Abrupte Ănderungen von Förderbedingungen sind in der Hinsicht eine Katastrophe.» Dadurch wĂŒrden Kunden verunsichert. Notwendig seien PrĂ€mien fĂŒr Elektroautos fĂŒr die Hersteller allerdings ĂŒberhaupt nicht, betonte Schwope. Denn die Autobauer hĂ€tten in den vergangenen Jahren sehr gut verdient.Â
Die gröĂten Autokonzerne der Welt haben einer Analyse zufolge im vergangenen Jahr bei Umsatz und Gewinn Rekorde aufgestellt. Den stĂ€rksten RĂŒckgang 2023 verzeichnete bei der durchschnittlichen Ebit-Marge, die den operativen Gewinn ins VerhĂ€ltnis zum Umsatz setzt, Tesla.Â
Dudenhöffer sieht Verantwortung auch beim Bund
Autoexperte Dudenhöffer sieht den Grund fĂŒr die Absatzflaute von E-Autos in der Politik in Berlin und BrĂŒssel. «Die Politik hat die Auslastung kaputt gemacht, indem sie die ElektromobilitĂ€t infrage stellt.» Dudenhöffer verwies auch auf das abrupte Ende der Förderung durch die UmweltprĂ€mie fĂŒr Privatleute.Â
Tesla mĂŒsse nun schauen, wie es angesichts groĂer ĂberkapazitĂ€ten Anpassungen vornehmen könne. «Personalkosten sind eher das kleinere Ăbel», meinte Dudenhöffer. Tesla brauche viel Geld fĂŒr die Maschinen in seinen hoch automatisierten Fabriken. Dabei könne der E-Autobauer eben nicht wie andere deutsche Hersteller zwischen Verbrennerauto und E-Fahrzeug «switchen». Dudenhöffer rechnet damit, dass Tesla in GrĂŒnheide nicht an seinen AusbauplĂ€nen festhĂ€lt. «In den nĂ€chsten 5 Jahren passiert da nichts.»


