Luftverkehrswirtschaft: Staat macht Tickets noch teurer
13.02.2025 - 12:02:49Die deutsche Luftverkehrswirtschaft hat vor weiteren staatlichen Lasten gewarnt, mit denen Flugtickets in Deutschland noch teurer werden. Nach Berechnungen des Branchenverbands BDL kommen im laufenden Jahr weitere 1,2 Milliarden Euro aus Steuern und staatlichen GebĂŒhren zur bereits bestehenden Abgabenlast von 3,3 Milliarden Euro hinzu. Bei jedem Start von einem deutschen Flughafen wĂŒrden pro Ticket staatlich verursachte Kosten von 30 Euro fĂ€llig. SelbstverstĂ€ndlich mĂŒssten die Airlines dies an die Passagiere weitergeben, sagt BDL-PrĂ€sident Jens Bischof.Â
Der Eurowings-Chef appelliert an die kĂŒnftige Bundesregierung, die Standortkosten fĂŒr Airlines und FlughĂ€fen zu senken. FĂŒr neues Wachstum mĂŒsse die im vergangenen Jahr erhöhte Luftverkehrssteuer gestrichen sowie auf die ab 2026 geplante nationale Beimischungsquote fĂŒr E-Kerosin verzichtet werden.Â
Weniger InlandsflĂŒge und Direktverbindungen
«2025 kommen allein durch die Erhöhung der Luftverkehrsteuer, steigende FlugsicherungsgebĂŒhren wegen Corona-Altlasten, hohe Kosten fĂŒr Sicherheitskontrollen und den verpflichtenden Einsatz nachhaltiger Kraftstoffe zusĂ€tzliche 1,2 Milliarden Euro auf die Branche zu», erklĂ€rt Bischof. Im Vorjahr fielen im deutschen Luftverkehr demnach bereits staatliche Standortkosten in Höhe von rund 3,3 Milliarden Euro an.
Die Branche sieht die hohen staatlichen Lasten als Hauptgrund fĂŒr die schwache Erholung und schwindende KonnektivitĂ€t des Luftverkehrs in Deutschland im europĂ€ischen Vergleich. Vor allem InlandsflĂŒge und Direktverbindungen ĂŒber sogenannte Billigflieger haben sich nach dem Ende der Corona-Krise nicht so erholt wie in den meisten anderen LĂ€ndern Europas.Â
Deutsche fliegen hinterher
Das gesamte Luftverkehrsangebot an den deutschen FlughĂ€fen betrug im vergangenen Jahr 86 Prozent des Vor-Corona-Niveaus im Vergleich zu 104 Prozent im ĂŒbrigen Europa. Im kommenden Sommer werde das VerhĂ€ltnis 91 zu 109 Prozent betragen. «In Europa wird so viel geflogen wie nie zuvor â nur nicht ab Deutschland», betont Bischof.
AuslĂ€ndische Airlines machten einen Bogen um den deutschen Markt, wĂ€hrend die heimischen Anbieter ihr Angebot strafften. Ein aktuelles Beispiel liefert die Lufthansa am gröĂten deutschen Flughafen in Frankfurt. Dort wurden im Januar noch 3,9 Millionen Reisende abgefertigt. Der RĂŒckgang um 3,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum fĂŒhrt der Betreiber Fraport auf das geringere Angebot des Hauptkunden Lufthansa zurĂŒck.


